Jean LAMESCH - Brochür Chorale 2014

Versuch einer Bestandsaufnahme der aktuellen und früheren Bauernbetriebe und nebenerwerblichen Kleinbetriebe in Rollingen.

 

Bis nach dem 2. Weltkrieg waren die meisten Familien, bei kargem Lohn und großer Kinderzahl, zu einem beträchtlichen Teil Selbstversorger an tierischen und vegetarischen Produkten. In diesem Beitrag werden die Betriebe angeführt, die sich als Anwesen definieren lassen, weil sie aus Wohnhaus mit angebautem Stall und Scheune bestanden und teilweise heute noch in derselben Form bestehen.

 

Anhaltspunkte sind:

- die Lage (Adresse) des Hauses

- der Hausname, wenn vorhanden

- der Name des letzten Viehhalters und der ungefähre Zeitpunkt der Aufgabe des Betriebes.

 

Beginnen wir bei dem Mittelpunkt des Dorfes, der Kirche:

 

Grand-Rue, Groussgaass, Thillsgaass

Grand-Rue 5 bis                  

a Krausen, von Henri KRAUS-BERG nach dem l.Weltkrieg bewirtschaftet

 

Grand-Rue 7-9                    

beim Blounding, von Jean-Pierre BOSSELER-BOSSELER und seinem Sohn Camille bis 1955 hauptberuflich bewirtschaftet.

 

Grand-Rue 23                     

beim Thillsbauer, vor und nach dem 2. Weltkrieg von Albert PAULY-THILL, danach von Sylvie und Christian HALER-PAULY bis 1986 bewirtschaftet.

 

Grand-Rue 31                     

beim Groen von Jos. SCHWIRTZ-DE PELLEGRIN, bis nach dem 1. Welt­krieg bewirtschaftet.

 

Grand-Rue 37bis                

Scheune und Stall auf Nummer 35 dienten nach dem 2. Weltkrieg als Unterstand für die Pferde der Minieres Mines Frères und wurden von der Familie FAUST versorgt.

 

Grand-Rue 39-41               

a Steichens, unter Norbert TIBESSART-KIEFFER bis in die achtziger Jahre in Betrieb.

 

Grand-Rue 12                     

beim Koschterjang, von Jean AGARAND-SADLER bis nach dem 2. Weltkrieg bewirtschaftet. Sein Schwiegervater war Küster der Kirche.

 

Rue de la Fontaine, Buergaass

rue de la Fontaine 1          

a Fossings, bis um 1930 von den Brüdern Nicolas und Michel FOSSING bewirtschaftet.

 

rue de la Fontaine 3          

a Blockesch, vom Bergmann Nic REUTER-FOSSING bis nach dem 2. Weltkrieg bewirtschaftet.

 

rue de la Fontaine 5          

a Marschals, (der Name Maréchal wird in einer Urkunde des 17. Jahrhunderts erwähnt). Das große Anwesen wurde bis Anfang der 80er Jahre von Nicolas BIVER und seiner Schwester Catherine bewirtschaftet.

 

rue de la Fontaine 9          

a Keifesch. Außer dass der Hausname auf den Familiennamen KIEFER hinweist,  konnten keine weiteren Angaben ausgemacht werden. Fest steht, dass nach dem 1. Weltkrieg keine Landwirt­schaft mehr betrieben wurde.

 

rue de la Fontaine 12          

an Tesses Tui, bis in die 50er Jahre von Arthur GENIN-THILL bewirtschaftet.

 

rue de la Fontaine 8          

Das ursprüngliche Haus Nr 8 lag in der Fortsetzung der noch bestehenden Häuserzeile 2 bis 6, früher beim Rapiti, bis kurz nach dem 2. Weltkrieg von Luigi RAPITI bewohnt, danach von Mme KOOS bis zu deren Tod. Herr RAPITI betreute im Auftrag der Gemeindeverwaltung den Ziegenbock für die 3 Sektionen der Gemeinde Petingen.

 

rue de la Fontaine 6

an Al Feiereisen, von der Familie FEIEREISEN bis in den 1. Weltkrieg hinein bewirtschaftet. Das Anwesen erstreckte sich ebenfalls auf den Standort der heutigen Häuser 4 und 2.

 

Rue de l'Eglise, Kiirchstrooss

rue de la Fontaine 2A  und rue de l’Eglise 2

bis 1860 a Schuwwelesch. Die Scheune wurde aber weiterhin, bis nach dem 2. Weltkrieg, von der Familie TOCKERT genutzt.

 

rue de l'Eglise 6

vor dem Umbau die Scheune des Anwe­sens Jean-Pierre BOSSELER-BOSSELER aus der Grand-Rue.

 

rue de l'Eglise 10

a Jauntzen, nach 1950 beim Fostier, ab Anfang der fünfziger Jahre von Georges FOSTIER-PEETERS, Landwirt und Milch­händler, danach von Familie Léon RODENBOURG-FOSTIER bis 1980 bewirtschaftet.

 

rue de l'Eglise 12 bis

an Tunns, von Nic. LIBERT-WALTZING bis Ende der dreißiger Jahre be­wirtschaftet.

 

rue de l'Eglise 17

bei Foosse Charel, bis vor dem 2. Weltkrieg von Charles HASTERT und dem zugezogenen Franz SCHMIT (Schmidde Franz) bewirtschaftet.

 

rue de l'Eglise 7                   

an Deckerches, bis vor dem 2. Weltkrieg von Jean DECKER-BOSSELER bewirtschaftet.

 

rue de l'Eglise 1-3              

bis 1999 der Kirchenfabrik gehörendes Wohnhaus mit Werkstatt und Stall, früher a Schondes, bis Ende der dreißiger Jahre von der Witwe des Schreiners SCHMIT-WILMES bewirtschaftet.

 

Am Rande soll erwähnt werden, dass früher auf dem Gelände der Häuser 4 - 12 das sich wohl bedeutendste Bauerngut von Rollingen a Gieres befand. Die mit Stroh bedeckten Gebäude fielen einem Großbrand zum Opfer.

 

Rue de la Montagne, der obere Teil, Hiehl

rue de la Montagne 36     

bei Bloundings Neckel, vom Bergmann Nie BOSSELER-THILL bis vor dem 2.Weltkrieg bewirtschaftet.

 

rue de la Montagne           

Parkplatz neben dem Haus 38. Hier befand sich eine der Gemeinde gehörende Scheune. Sie wurde dem Landwirtschaftlichen Lokal­verein, dem sogenannten Comice agricole, zur Verfü­gung gestellt, nachdem dessen Geräteschuppen in der Providence Straße abgetragen wurde. Daran glie­derte sich das Haus bei Kempe Fritz. Der Gruben­arbeiter Fr. KEMP betätigte sich in der Landwirtschaft bis nach dem 2. Weltkrieg.

 

rue de la Montagne 6       

bei Bauschleids Mischi, bis Anfang der fünfziger Jahre von Bergmann Michel BAUSCHLEID bewirtschaftet.

 

rue de la Montagne 73

beim Brauny bis vor dem 2. Weltkrieg vom Gastwirt Franz KAYSER-WAHL bewirtschaftet. Der Hausname weist auf den früheren Besitzer Nicolas BRAUN, gestorben 1906, hin.

 

rue de la Montagne hinter der Eisenbahnbrücke.

Ruine im Besitz des luxemburgischen Staates, am Stall. Unterkunft für die Pferde der Grubengesellschaft Providence und für ihren Betreuer Henri COLAS. Danach, von 1970 - 1989, Viehzucht und Milch­wirtschaft im neu angebauten Stall von LÉON RODENBOURG-FOSTIER; inzwischen wurde der Stall wieder abgetragen.

 

Rue de la Montagne, der untere Teil

rue de la Montagne 35     

an Häipissen, heute a Baltessen. Das Anwesen ist einer der zwei Bauern­höfe, die hauptberuflich bewirtschaftet werden, nach dem 2. Weltkrieg von Albert BALTES-LIPPERT, heute von René BALTES-THILL.

 

rue de la Montagne 19 und 21

a Mëllesch bewirtschaftet vom 1906 verstorbenen Bürgermeister Jean THILL; seine 4 Kinder zogen um 1918 nach Frankreich. Das bedeutende Anwesen mit Gesindehaus breitete sich auf dem heutigen Standort der Häuser 13 bis 21 der rue de la Montagne aus.

 

rue de la Montagne 17 - 15bis -15 - 13A.

beim Kélejang. Bis nach dem 2. Weltkrieg auf Schafzucht ausgerichteter Betrieb des Bergmannes Jean DRAUDEN-MORIS, der zeit­weilig einen Schäfer beschäftigte.

 

rue de la Montagne 11 und 9

bei Charels Julie, bis um 1930 von J. WAGNER-THILL bewirtschaftetes Anwesen. Bis in die fünfziger Jahre unterhielt seine Witwe, Charels Julie, den wohl schönsten Garten des Dorfes.

 

Rue de la Providence, Ënneschtgaass

rue de la Providence 7-9 

beim Schmatt. vom Schmied und Gastwirt Pierre LOSCHETTER-WESTER bis nach dem 1. Weltkrieg bewirtschaftet.

 

rue de la Providence 24   

a Schuwwelesch, heute an Tockesch.

Das andere der 2 Anwesen das hauptberuflich bewirt­schaftet wird. Der Hof wurde 1860 am jetzige Standort erbaut, bis dahin befand sich

a Schuwwe­lesch auf der Lage der Häuser 2A rue de la Fontaine und 2 rue de l‘Eglise.

 

rue de la Providence 21   

vom Bergmann und Schneider Nic. BOSSELER-WESTER bis vor dem 2. Weltkrieg nebenberuflich bewirtschaftet.

 

Avenue de la Gare, der obere Teil

avenue de la Gare 8

bis Ende der vierziger Jahre vom Bergmann FOSTIER-REUTER und dem Sohn Georges FOSTIER-PEETERS nebenberuflich bewirtschaftet.Georges FOSTIER betrieb außerdem einen Getreide- und Viehfutterhandel und sorgte für die Müllabfuhr.

 

Rue Titelberg, am Kärtchen

rue Titelberg, Häuserzeile Nr. 1 - 7       

bei Thirys Kätti. Der Häuserblock gehörte dem Ehepaar CAILLIEZ-THIRY, die Stallungen auf Nr. 7 wurden bis Ende der 1920er Jahre landwirtschaftlich genutzt, später und bis in die 60er Jahre dienten sie dem Metzgermeister GLOUTIN-PELT als Unterkunft für das Schlacht­vieh.

 

rue Titelberg 1

linker Teil des Hauses Nr. 1, früher bei der Koosens. Catherine KOOS-BALTES hielt während des 2. Weltkrieges eine Kuh für die Versorgung der bei ihr versteckten Refraktäre.

 

Rue de la Maragole, an der Maragole

rue de la Maragole 1 und 1A

a Lenoirsen, bis 1954 vom Hüttenarbeiter Lambert BECK-LENOIR bewirtschaftet.

 

Rue Nic Biever, an der Maragole (Sektion Rodange)

rue Nic Biever 105            

an der Aler Millen, früher Mühle am Bach Maragole, im Besitz der Hüttengesellschaft Ougrée-Marihaye, später MMR-A, bis 1942 neben beruflich von Jean STERPENIG- KASEL, Fahrer im Dienste des Hüttendirektors, bewirtschaftet.

 

Avenue de la Gare, der untere Teil, Kasären

avenue de la Gare 91 und 93

a Schmitten, bis 1966 von dem Eisenbahner Jean SCHMIT- SCHWARTZ nebenberuflich bewirtschaftet.

 

avenue de la Gare 103     

beim Sarti, bis in die 70er Jahre vom Bauunternehmer Natale SARTI bewirt­schaftet.

 

Rue de Luxembourg

rue de Luxembourg 1       

bei Rathse Léini, bis vor dem 2.Weltkrieg von Gastwirt Henri RATHS-CALTEUX bewirtschaftet.

 

rue de Luxembourg 89     

a Woliefsen, bis 1955 vom Hüttenarbeiter Jean-Pierre FISCHER-DIDIER bewirtschaftet

 

Rue des Prés, Wisestrooss

rue des Prés 53  an 55 

a Gergens, bis vor dem 2.Weltkrieg vom Ehepaar METZLER-GERGEN bewirtschaftet

 

Rue du Vieux Moulin, op der Millen

rue du Vieux Moulin 134  

beim Millejängi,  bis nach dem 2.Weltkrieg von Jean FRANCK betriebene Mühle mit nebenerwerblicher Landwirtschaft