Rollingen und der Dreissigjährige Krieg - 1618 - 1648

In den nun folgenden Jahren wurde Rollingen in den Strudel des Dreissigjährigen Krieges hineingezogen. 1618 war im Deutschen Reich der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken offen ausgebrochen. Der König von Frankreich unterstützte dabei die protestantische Seite, um das Haus Habsburg auf dem deutschen Kaiser- und spanischen Königs­thron zu schwächen. Unsere Gegenden blieben einstweilen vom Kriegs­geschehen verschont.

 

In der Nacht vom 24. auf den 25. März 1635 überrumpelte der Gouver­neur von Luxemburg die Stadt Trier, setzte die franz. Garnison schach­matt und nahm den Erzbischof gefangen. Letzterer hatte angeblich zum Schutz gegen die siegreich vordringenden Schweden franz. Truppen nach Trier und Ehrenbreitstein herbeigerufen. Daraufhin hatte der König von Spanien seinem Gouverneur von Luxemburg den Befehl erteilt, Trier wieder für den Kaiser und die katholische Partei zu gewinnen. Der gefangene Erzbischof wurde von Luxemburg nach Brüssel gebracht und von dort aus dem Kaiser übergeben. Erst 1645 sollte er wieder auf freien Fuss gesetzt werden.

 

Diese Episode veranlasste Frankreich am 12. Juni 1635 Spanien offen den Krieg zu erklären. Doch waren franz. Truppen bereits vorher auf deutsches Reichsgebiet eingedrungen. Am 21. September 1633 hatten sie Nancy erobert und Karl IV., Herzog von Lothringen und Bar, den Rollinger Landesherrn, vertrieben. Nach der Kriegserklärung drangen die Franzosen rasch nach Norden vor.

 

Wohl um sich gegen die franz. Truppen zu schützen, rief der Gouverneur von Luxemburg den Kaiser um Hilfe. Dieser schickte ihm Ende 1635 eine Armee von 8000 Polacken und Kroaten, welche in Frankreich ein­fallen sollten. Doch zurückgeworfen verwüsteten sie Feindes- und Freundesland. Ohne Sold nahmen sie sich bei der Bevölkerung, was sie fanden, und hausten wie die Wilden. Zu Beginn des Jahres 1636 trat zu dem noch die Pest auf. Sie dauerte bis zum Ende des Jahres und raffte 2/3 der Bevölkerung hinweg. Ganze Dörfer starben aus, andere waren jahrelang unbewohnt. Denn nach den Polacken und Kroaten streiften die Franzosen herum. Am 12. Juli 1646 kapitulierte die Festung Longwy als letztes Bollwerk des Lothringers. Somit kam Rollingen an Frank­reich.

 

Im Jahre 1659 wurde zwischen Frankreich und Spanien der Pyrenäische Frieden geschlossen. Das Herzogtum Luxemburg verlor Diedenhofen, Montmédy, Marville, Yvoix und Damvillers. Herzog Karl IV. wurde wie­der in Lothringen und Bar eingesetzt. Die Propstei Longwy mit Rollingen kam an seinen alten Herrscher zurück.