Erklärungen:

 

Momper oder Kirchenmomper = Kirchenrendant, ihm untersteht das Rechnungswesen – Heute wäre das der Kassierer der  Kirchefabrik.

 

Sinner oder Kirchensinner = ähnlich wie Momper – Heute wären das die Mitglieder der Kirchefabrik.

 

Kirchenmeisterstube = Komitee der Kirchenfabrik.

 

Konkordat oder Staatskirchenvertrag = Vertrag zwischen einem Staat einer Glaubensgemeinschaft.

 

Zehntherrschaft - Die Zehntherrschaft war eine Form der Feudalrente und stellte für die Bauern in Mittelalter und Frühneuzeit eine hohe Belastung dar. Die Zehntherrschaft wurde ursprünglich nur von Klöstern (Klosterzehnt), kirchlichen Stiftungen oder Domkapiteln ausgeübt; der Zehnt stellte dabei eine Abgabe für den (Dorf)-Pfarrer und die örtlichen Armen dar, wurde zentral vom Bischof erhoben, von den Bauern als Naturalie abgeliefert und in Zehntscheunen gelagert. So dauerte es nicht lange, bis auch der Bischof und andere kirchliche Bereiche sich bedienten. Bereits im Laufe des Frühmittelalters versuchten auch weltliche Grundherren, vor allem Adlige, neben den anderen Abgaben, wie Steuern auch den Zehnt einzuziehen.

 

Gebräuchlich waren zwei Arten des Zehnt: Unter dem Großen Zehnt ist die prozentuale Abgabe vom Rohertrag an Getreide und Wein an den Grundherrn zu verstehen, der Kleine Zehnt erweitert die Abgabepflicht auf andere Produkte, wie Kartoffeln oder Klee. Während die Pflicht, den Großen Zehnt zu leisten, seitens der Bauernschaft weitgehend anerkannt und akzeptiert war, kam es hinsichtlich des Kleinen Zehnt von Anfang an zu Widerständen.

 

Der Zehnt belastete die Bauern in doppelter Hinsicht. Einerseits war die Abgabe zwischen zehn und dreißig Prozent der Ernte – die nicht die einzige Abgabe darstellte, die sie an ihre Grund- oder Zehntherren zu leisten hatten – eine oft existenzielle Belastung, andererseits waren die Bauern noch gezwungen, ihr zehntpflichtiges Land in hergebrachter Weise zu bewirtschaften. Landwirtschaftliche Reformen des 18. Jahrhunderts, wie Veränderungen in der Fruchtfolge (weg von der Zweifelder-, hin zur Dreifelderwirtschaft) oder der Kartoffelanbau, stießen meist auf erbitterten Widerstand der Zehntherren.

Deshalb versuchten die Bauern zunehmend, die landwirtschaftlichen Flächen für eine bestimmte Anzahl von Jahren gegen eine feste Geldsumme zu pachten, um Behinderungen zu vermeiden. Doch dies erwies sich bei den starken Schwankungen der Getreidepreise oft als katastrophal. Erst mit der Ablösungsgesetzgebung, durch die bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die meisten feudalen Lasten abgelöst wurden, besserte sich die Situation der bis dahin abhängigen Bauern.

 

Ferrariskarte Als Ferraris-Karte (Cartes de Ferraris) wird ein topografisches Kartenwerk bezeichnet, das auf Initiative des österreichischen Generalleutnants Joseph Johann von Ferraris in den Jahren 1771 bis 1777 von den Österreichischen Niederlanden erstellt wurde. Auftraggeber waren Maria Theresia und Kaiser Franz II.

Es handelt sich um 275 handkolorierte Blätter im Maßstab 1:11.520 in einer Größe von etwa 85 cm × 135 cm. Die Karten bilden eine Fortsetzung der Cassinikartenreihe (Carte de Cassini) in nordöstlicher Richtung. Ergänzt wurden sie durch 12 Bände mit militärischen und wirtschaftlichen Kommentaren. In den Jahren 1777 und 1778 gab von Ferraris eine Fassung für den Handel heraus. Sie umfasste 25 Blätter im Maßstab 1:86.400.

 

Visitationsbericht: Visitation (lat. visitare „besuchen“) heisst in vielen Gerichts-, Kirchen-und Ordensverfassungen der Besuch eines Oberen mit Aufsichtsbefugnis zum Zweck der Bestandsaufnahme und Normenkontrolle. In der römisch-katholischen Kirche gibt es zwei Arten von Visitatoren, nämlich ordentliche bzw. permanente und ausserordentliche Visitatoren, katholische Pfarrgemeinden werden vom Ortsbischof oder seinem Weihbischof visitiert. Die meisten Ordensgemeinschaften haben Regional- und Generalobere mit Visitationsvollmacht.

 

Der Begriff Meier (Mehre, Meyer, Maier, Mair, Mäher, Mäger, Major, Meiur, Mayer, Mayr, Meyr, Majer, aus lateinisch maior) bezeichnet ursprünglich einen Amtsträger des adligen oder geistlichen Grundherrn zur Verwaltung des Grundbesitzes („Meierei“), ab dem späteren Mittelalter auch einen Pächter oder selbständigen Bauern.

 

Eine Follmühle (lux. Follmillen ; franz. moulin à foulon) „walkte durch eine besondere Vorrichtung die neu gewebten Tuche oder das neu gegerbte Leder weich. Walken bedeutet schlagen, kneten, stossen. Beim Walken wird der Walkstoff dichter, schmaler, kürzer. Häute werden durch Walken mit Fett in Drehfässern oder durch Bearbeiten mit Holz­hämmern (foulon) weich und geschmeidig gemacht”.

 

 

Die Ölmühle (lux. Uelegsmillen ; franz. moulin à huile) bestand „aus einem horizontal liegenden Bodenstein, der im Zentrum eine senkrechte Achse aufweist. An dieser Achse ist eine waagerechte Achse eingelassen, die an beiden Enden je einen senkrechten Laufstein führt, welche beide auf dem Bodenstein im Kreise rollen und das zu verarbeitende Material, Leinsamen, Rapssamen, Bucheckern oder Nüsse, zerquetschen. Die zerquetschte Masse wurde zum Zwecke der Ölgewinnung ausgepresst. Die gepressten Ölkuchen verwendete man als Viehfutter”.


Von Gulden, Talern, Marken und Franken

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