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Chorale Sainte-Cécile Lamadelaine

 

Im Jahre 1935, kurz nach der Erbauung des neuen Gotteshauses, wurde der Kirchenchor gegründet. 15 Männer und Jugendliche, unter ihnen auch frühere Sänger, waren bereit mitzumachen.

 

Anfangs hiess der Chor GESANGVEREIN CÄCILIA oder SOCIETE SAINTE-CECILE. Diese Bezeichnung wurde im Jahre 1962 in CHORALE SAINTE-CECILE umgewandelt.

 

Laut Statuten hat der Verein die Aufgabe, den Chorgesang in der Kirche zu übernehmen. Die Mitglieder verpflichten sich, den Proben möglichst regelmäs­sig beizuwohnen und am Chorgesang beim Gottesdienst teilzunehmen.

 

Dem provisorischen Vorstand gehörten u.a. folgende Mitglieder an :

Präsident:           Nicolas DELHEZ

Sekretär :            Demy SCHILTZ

Kassierer :          Albert PAULY

 

Zum Dirigenten wurde Aloyse GOEDERT ernannt. Demy SCHILTZ sorgte für die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen. Organist war Léon HENGEN, Hilfsorganist Albert PAULY.

 

Dank einer Stiftung der Familie CONRARDY-BIVER und einer Schenkung von Frl. Kath. BIVER (5, rue de la Fontaine) besass die Pfarrei schon im Jahre 1902 eine Orgel. Lieferant war die Firma Gebr. MÜLLER aus Reifferscheid (Rheinland).

 

Die Erfolge liessen nicht lange auf sich warten. Am Osterfest 1936 führte der junge Chor eine zweistimmige Messe auf, und im Jahre 1937 sang er das feier­liche Oktavamt für die Pfarreien Petingen, Rodange und Lamadelaine in der Kathedrale in Luxemburg.

 

Während des Zweiten Weltkrieges mussten die Früh- und Spätgottesdienste im Winter wegen der Verdunklungsvorschriften in den Pfarrsaal unter der Kirche verlegt werden. Die bescheidenen Ersparnisse, die der Okkupant zur Enttäu­schung der Sänger beschlagnahmte, erhielt der Chor im Jahre 1957 mit den Zin­sen vom Kriegsschädeamt zurück. Es waren ungefähr 2900 Franken.

 

Nach dem Kriege verstärkten die Mitglieder des Kinder- und Jugendgesangvereines den Kirchenchor. Es gab auch Neuanmeldungen. Durch fleissiges Proben erreichte der Chor ein beachtliches Können, das sogar von Fachleuten gewürdigt wurde.

 

Im Jahre 1958 erhielt der Orgelbaumeister Charles HAUPT aus Lintgen den Auftrag, eine neue Orgel zu errichten. Bei dieser Gelegenheit erwiesen sich die Gemeindeverwaltung von Petingen, die METALLURGIQUE ET MINIERE DE RODANGE-ATHUS, die PROVIDENCE LAMADELAINE sowie zahl­reiche einheimische und auswärtige Mitbürger als grosszügige Sponsoren, so dass das Unternehmen nicht nur keine Schulden hinterliess, sondern sogar eine nette Summe für spätere Stimmungen der Orgel abwarf. Anlässlich der feierli­chen Einweihung am 15. November 1959 verstand es Domorganist Albert LEBLANC, der neuen Orgel festliche Harmonien zu entlocken.

 

Beim Silberjubiläum, das am 25. September 1960 gleichzeitig mit dem offiziel­len Abschied von Pfarrer Victor WOLFF begangen wurde, zählte der Chor 34 Mitglieder. Der Vorstand setzte sich damals folgendermassen zusammen :

 

Alterspräsident               :               Nicolas DELHEZ

Präsident                         :               Aloyse  GOEDERT

Vizepräsident                  :               Henri LEGER

Sekretär                           :               Lucien  HOBSCHEID

Kassierer                          :               Albert   PAULY

Mitglieder                        :               Nicolas BIVER - Charles STERPENIG - Jean SCHAACK - Aloyse COOS

Kassenrevisoren             :               Norbert SCHILTZ - Albert MATHIAS

 

Im Jahre 1964 trat Aloyse GOEDERT von dem Dirigentenposten zurück. Auf dessen Anregung wurde Pierre LEYDER mit diesem Dienst betraut. Zudem gründete Pierre LEYDER am Schluss desselben Jahres einen Kinderchor, der bis zum Jahre 1976 zur Verschönerung der Früh- und Vorabendmessen beitrug.

 

Als Aloyse GOEDERT im Jahre 1968 seinen Wohnsitz nach Luxemburg ver­legte, demissionierte er auch als Präsident des Vereins. Daraufhin rückte Vize­präsident Henri LEGER zum Präsidenten auf.

 

Seit dem Tode des Kassierers Albert PAULY im Jahre 1971 verwaltet Charles STERPENIG das Vereinsvermögen.

 

Im Jahre 1972 verschied Léon HENGEN, Organist seit 57 Jahren. Zu dessen Nachfolger wurde Pierre LEYDER bestimmt, der den Chor während 8 Jahren dirigiert hatte. Übrigens hatte Pierre LEYDER seit 1958 die Werktagsmessen an der Orgel begleitet.

 

Der vakante Dirigentenposten wurde an Jeannot LINDEN vergeben, der den Chor während 16 Jahren, bis zu seiner Demission in der Generalversammlung vom 11. 12.1988, leitete. Interimistisch wird er jedoch dieses Amt beibehalten.

 

Von 1973 bis 1981 fungierte Norbert SCHILTZ als Hilfsdirigent.

 

Anstelle von Henri LEGER, der kurz vor Weihnachten 1986 verschied, wurde Armand NICOLAS zum Präsidenten ernannt.

 

In all den Jahren seines Bestehens hat der Kirchenchor nicht nur an den Festen des Kirchenjahres, sondern auch bei aussergewöhnlichen Anlässen wie bei Kommunionen, Firmungen, Vereinsjubiläen, Fahnenweihen, Installationen und Abschiedsfeiern sowie bei Hochzeiten und Begräbnismessen mitgewirkt.

 

Hohe Ansprüche stellten die Primizen von Albert BETTENDORFF (22.07.1934) und von Jean-Pierre HEUSCHLING (14.07.1963) an die Sänger.

 

Ein denkwürdiger Tag war die Abschlussfeier des 125jährigen Bestehens der Pfarrei Lamdelaine und des 50jährigen Jubiläums der CHORALE SAINTE-CECILE am 13. Oktober 1985. Besonderes Gepräge erhielt diese Doppelfeier jedoch durch die Diakonatsweihe von Jean-Jacques FLAMMANG, die gleich­zeitig von Erzbischof Mgr. Jean HENGEN in der Pfarrkirche von Lamadelaine vorgenommen wurde.

 

Acht Monate später, am 22. juni 1986, weihte Mgr. Jean HENGEN den jungen Diakon ebenfalls in Lamadelaine zum Priester.

 

In bester Erinnerung steht auch die Mitwirkung des Chores am feierlichen Hochamt, das Papst JOHANNES PAUL II. am 15. Mai 1985, anlässlich seines Besuches in unserm Land, auf dem Parkplatz vor den Arbed-Werken in Esch-Belval in Esch-Belval zelebrierte.

Chorale «Sainte Cécile». (Pierre Leyder - Musikbrochüre 1970)

Vor der Gründung des Kirchenchores sorgte die „Société Chorale” an den hohen Festtagen für die Verschönerung der Gottesdienste, an den gewöhnlichen Sonntagen oblag diese Ehrenpflicht einer Hand­voll Sänger, und werktags sang der Küster mit einigen Schulknaben.

Als die neue Kirche im Jahre 1935 fertiggestellt worden war, wurde auf Anregung von Pfarrer J.-P. Berg ein eigener Kirchenchor unter dem Namen „Chorale Sainte Cécile” ins Leben gerufen.

Die Befürchtungen, der neue Verein könnte der „Société Chorale” schaden, erwiesen sich als grundlos, da die Befugnisse beider Chöre von Anfang an festgelegt wurden. Der „Société Chorale” blieb die Veranstaltung öffentlicher Konzerte sowie die musikalische Umrah­mung der Dorffeiern Vorbehalten, während der Kirchenchor seine Tätigkeit auf die Kirche und die Prozessionen beschränkte. Bisher sind beide Vereine gut miteinander ausgekommen; das beweist die Tatsache, dass die Hälfte der Sänger in beiden Chören mitwirkt.

Anfänglich hielt Dirigent Aloyse Goedert die Proben in seiner Wohn­stube ab, bis dieselben auf die Empore in der Kirche verlegt wurden. Auch Schulknaben wirkten mit. Das Niveau der Darbietungen stieg rasch an, so dass die Mithilfe des Kirchenchores bei zahlreichen Braut­messen erwünscht war.

Ab 1937 (mit Ausnahme der Kriegszeit) sang der Kirchenchor regel­mässig alle drei Jahre die Oktavmesse der drei Pfarreien unserer Gemeinde in der Kathedrale in Luxemburg; erst waren es zwei-

stimmige, ab 1948 vierstimmige Darbietungen. Die Leistungen wurden sogar von Musikfachleuten gewürdigt.

Im Jahre 1959 musste die alte, 1902 erbaute und 1946 restaurierte Orgel einer neuen, den modernen Anforderungen entsprechenden Orgel weichen. Gemeindeverwaltung und Bevölkerung erwiesen sich gleichermassen grosszügig, so dass noch eine nette Summe für späteres Stimmen der Orgel übrigblieb.

Hier noch einige markante Ereignisse aus der jüngsten Vergangenheit des Kirchenchores: im Jahre 1955 wurden die Sänger Jos. Biver (f 21. Februar 1959) und Jos. Lambert (f 2. September 1966) mit der päpst­lichen Auszeichnung „Bene Merenti” bedacht; drei Jahre später wurde Organist Léon Hengen die gleiche Ehre zuteil; übrigens kann Herr Hengen in diesem Jahre (1970) auf eine 55jährige Tätigkeit als Orga­nist zurückblicken; am 25. September 1960, gelegentlich des silbernen Stiftungsfestes der „Chorale Sainte Cécile” und der Abschiedsfeier von Pfarrer Victor Wolff, erhielten die beiden Gründungsmitglieder, Dirigent Aloyse Goedert und Kassierer Albert Pauly, eine goldene Uhr; im Jahre 1964 gab Herr Goedert aus Gesundheitsrücksichten seine Demission nach 28jähriger Tätigkeit als Dirigent; am 12. Dezember 1965, anlässlich des 30jährigen Stiftungsfestes, wurden 6 Mitglieder mit der goldenen und 7 Mitglieder mit der silbernen Pius- Medaille ausgezeichnet.

Zur Zeit zählt der Kirchenchor 30 Mitglieder. Seit dem 1. Dezember 1964 ist demselben eine „Chorale Enfantine” angegliedert, der momentan 22 Schulknaben angehören. Der Nachwuchs ist also gesichert.

So mögen denn Männer- wie Knabenchor auch weiterhin ihren Bei­trag zur würdigen Gestaltung der Gottesdienste liefern !

Chorale St. Cécile

Kiirchechouer

Dirigent Aloyse Goedert