Dies ist ein Versuch die weltliche und kirchliche Geschichte von Rollingen chronologisch zusammenzufügen.



1705 - Nicolas von Aspelt gibt die Rollinger Mühle auf

 

10.03.1705 - liess Nicolas von Aspelt seinen Pacht­vertrag von 1690 auf das Ehepaar Johann Valentin Küntziger und Maria Jacob überschreiben und verzog nach "a la mauvaise asch" (Esch/Alzette). Aspelt gestand die Grundmühle wieder aufgebaut zu haben, der Weiher jedoch wäre noch nicht ausgehoben. Er hätte sich allerdings mit dem Reiffenberger verglichen. Küntziger übernahm alle Klauseln des Vertrags von 1690. Karl von Reiffenberg hiess die Über­schreibung gut.

 

09.06.1705 - Küntziger, der auch schon Müller der Niederkorner Mühle war, hatte den Vertrag mit Nicolas Aspelt nur für seinen Schwiegersohn Theodor, genannt Didier Elscherot, getätigt. Er wohnte zu der Zeit in der Rollinger Mühle. Elscherot zahlte dem Nicolas Aspelt für die Gebäu­de eine Abfindung von 50 Reichstalern und 2 Pistolen für die Kirmes : 25 Taler und 1 Pistole (Münze) zu Weihnachten 1705, und die gleiche Summe zu Weihnachten 1706.

 

1714 - nennt man unser Dorf: Ste Magdeleine oder La Magdalene.

 

27.05.1714 - Rollingen wird zur Kaplanei das heisst ab jetzt hatte unser Dorf einen Kaplan und im Visitatorbericht wurde festgehalten, dass die Rollinger Kapelle damals zwei Altäre besass: der Hauptaltar war der heiligen Magdalena, der Nebenaltar dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht. Vorhanden waren ein silberner Kelch, zwei Messgewänder, zwei Alben, drei Altartücher sowie ein Messbuch. Der Pfarrer von Aubange las jeden 2. Sonntag eine Messe, ausser an den hohen Festtagen. Dazu bestanden 20 Messstiftungen. Die Kapelle besass ebenfalls beglaubigte Reliquien der heiligen Magdalena de Pazzis.

 

21.01.1718 - Herzog Leopold von Lothringen und Ludwig XV., der Nachfolger und Urenkel Ludwigs XIV., einigten sich über die Be­stimmungen des Friedens von Rijswijk. Die Festung Longwy mit den umliegenden Dörfern Mexy, Herserange, Longlaville, Mont-Saint-Martin, Glaba, Autrux, Piedmont, Romain, Lexy und Rehon kamen endgültig an Frankreich. Der Franzosenkönig gab dem Lothringer als Ausgleich Rambervillers mit 13 umliegenden Orten.

Rollingen hatte wiederum den Landesherrn gewechselt: es war lothrin­gisch geworden. Administrativ wurde die Ortschaft zur neugeschaffenen Propstei Villers-Ia-Montagne geschlagen.

 

09.03.1718 - Die Vertreter der Gemeinde Rollingen, näm­lich der Meier Dominik Marchal, Franz Neu und Jacques Peltier, erklärten vom Müller Didier Elscherot 200 Pfund für eine Wiese erhalten zu haben die neben der Rollinger Mühle lag. Anstösser waren Jean Thill und die Rollinger Kapelle. Die Gemeinde und der Müller hatten sich um die Besitzrechte gestritten; Elscherot hatte die Wiese sogar in einen Garten umgewandelt. Am 24. November 1717 hatten sich dann beide Parteien geeinigt: der Müller sollte für 200 Pfund der Gemeinde das strittige Grundstück abkaufen.

 

18.09.1734 - François Ney wird in Trier geweiht (Er ist der Gründer der Stiftung François Ney zu gunsten der Rollinger Schulkinder).

 

1737 - nennt man unser Dorf: La Magdelene.

 

24.07.1737 - Laut Visitationsbericht war die Rollinger Kapelle der heiligen Magdalena geweiht und wurde von den Dorfbewohnern unterhalten. Das Gotteshaus besass drei Altäre: der Hauptaltar war der Kirchenpatronin, der eine Seitenaltar dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht, während der andere Seitenaltar noch ungeweiht war. Auf dem Hauptaltar stand der Tabernakel mit einem silbernen Ziborium zur Aufbewahrung des Allerheiligsten für die Kranken. Die Kapelle besass ausserdem einen silbernen Kelch sowie alles Notwendige zum Abhalten der Gottesdienste. Im Turm hing eine Glocke. Der Taufstein stand in einer Turmecke. Der Friedhof und das Beinhaus waren gut unterhalten.

 

1740 - Es kommt zum Prozess mit dem damaligen Müller Didier Elscherot weil der Mühlenweiher noch immer zugewachsen war. Didier Elscherot verlässt daraufhin die Mühle. Nun finden sich keine Angaben mehr wer bis 1770 Pächter war.

07.05.1747 - Todestag vom Müller Theodor Elscherot - vermerkt in den Rollinger Pfarrbüchern.

 

1753 - nennt man unser Dorf: La Madelaine.

 

16.10.1753 - Der Visitationsbericht ist recht lakonisch was Rollingen anbelangt. Alles war in bester Ordnung. Im Dorf wohnte ein Kaplan, welcher die Messe las und Schulunterricht erteilte.

 

 

Von 1754 bis 1755 ist Jungers Nicolas Kaplan in unserem Dorf.


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Verteilung der Grundbesitze

Von 1766 bis 1771 wird der sogenannte „theresianische Kataster” (*nach Maria Theresia von Österreich genannt) ganz auf der Basis von steuer­lichen Abgaben erstellt erstellt. Er brachte Ordnung in die heillos verworrenen feudalen Besitzverhältnisse. Niemand brauchte mehr um sein, ihm gesetzlich zugesi­chertes Eigentum zu bangen, kurz gesagt: Auch die kleinste Tagelöhnerfami­lie durfte sich auf die neue Ordnung verlassen und kam zu ihrem Stein­häuschen! (Um 1870 ändert diese Situation schlagartig!)

 

 

Die Liste der Eigentümer von Grund und Boden, so wie sie für den sogenannten Theresianischen Kadaster zwischen den Jahren 1766 und 1771 aufgestellt wurde. Bis heute dürfte diese Liste interessieren, da mancher Einwohner hier seine Vorfahren wieder­findet.


Le Vicomte de Lafontaine, Luxembourg

Monsieur de Vendel, Longlaville

Le Baron d'Huart, Lasauvage

Madame de Lébert, Longwy

Jean-Henri de Portzheim, Durbuy

Monsieur de Vrainville de Morfontaine, Nancy

Francois Gauche, Rodange

Adrian Thil, Lamadelaine

Charles Ploune, Lamadelaine

Nicolas Thil, Lamadelaine

Pierre Kewer, Namur

Jean Cordonier, Lamadelaine

Louis Mangin, Longwy

La fabrique de la Chapelle, Lamadelaine

La Chapelle de Rodange, Rodange

La Chapelle de St. Hubert, Pétange

Le Compte de Reiffenberg, Anderny

La Communauté de Lamadelaine

La Veuve Antoine Estignac, Athus

Louis Henrion Marchand, Longwy

Les héritiers Aubert, Lunéville

Georges Fontaine, Godbrange

Dominique Mey, Lamadelaine

François Mey, prêtre, Luxembourg

La Veuve de Grète, Arlon

François Burquet, Rodange

Nicolas Domange, Rodange

Nicolas Wagner, Lamadelaine

La Veuve Clement Dickes, Pétange

Charles Hilbert, Lamadelaine

Nicolas Perbal, Lamadelaine

Adam Schiltz, Pétange

Pierre Krier, Hautcharage

La Veuve Nothumb, Differdange

Dominique Baltude, Lamadelaine

Pierre et Antoine Lichtfous, Lamadelaine

Nicolas Lichtfous, Sanem

La Veuve Charles Boucher, Rolingen

Jean-Charles Souvigny, Lamadelaine

Henri Bosseler, Lamadelaine

Dominique Boucher, Lamadelaine

Adrian Dridi, Lamadelaine

Nicolas Hocarter, Lamadelaine

Francois Marc, Lamadelaine

Adrian André, Lamadelaine

Georges Clément, Lamadelaine

Jean Lafontaine, Sone-Lorraine

Pierre Lejeune, Rodange

Simon La Durelle, Rodange

Hilaire Wiers, Lamadelaine

Jean Boucher, Lamadelaine

Clement Bartelle, Lamadelaine

Le Sieur Arnould Guillemard, Longwy

Nicolas Posti, Rodange

Nicolas Soldes, Longwy

Jean Fonck, Pétange

Henri de Chèvre, Rodange

Jean-Babtiste Gérard, Hancourt

Clement Dickes, Pétange

Charles Plun, Lamadelaine

Hubert Kutten, Pétange

Jeanne Ney, Rodange

Henri Michel, Pétange

Frangois Etienne, Aubange

Jacques Dickes, Berguin

Pierre Franck, Athines

Nicolas Kirgen, Hautscharage

Nicolas Lippert, Petlingen

Elisabeth Varcolier,

Ibange Nicolas et Marie Thil, Rollingen

Louis Henrion, Longwy

Les héritiers de Nicolas Henrion, Nancy

Jean André, ancien maire, Longwy

La Veuve de Messire Antoine de Sellier, Longwy

Joseph Breton, Longwy

Joseph Beguin, Rodange

Madame de Joudeville, abbesse de Clairefonlaine

Jean Petit, Lamadelaine

Etienne Mathène, Aubange

La Veuve Nicolas Winandi, Linger



01.05.1769 - Rollingen wird luxemburgisch durch den Austausch von Gebieten zwischen König LUDWIG XVI. von Frankreich als Herzog von Lothringen und Bar und der Kaiserin MARIA THERESIA (von Österreich *13.05.1717: † 29.11.1780)) als Herzogin von Luxemburg.

 

10.08.1770 - Der Kirchenmomper NEY und der Sinner CLEMENT mussten Angaben über das Kirchenvermögen bei der neuen Behörde in Luxemburg abgeben. Kaiserin MARIA THERESIA hatte von all ihren Untertanen, Adelige und Geistliche mit eingeschlossen, genaue Unterlagen über deren finanzielle Lage gefordert, um eine bessere Verteilung der Steuerlast zu gewährleisten. Die Rollinger Kapelle wurde von den Einkünften der Kirchenfabrik unterhalten.

 

Die Ausgaben waren mannigfaltig:

1   Taler 4 Schillinge und 2 Stüber für den Küsterlohn

19 Taler 2 Schillinge und 3,5 Stüber für die Messstiftungen

10 Taler 2 Schillinge und 2 Stüber für den Unterhalt der Ewigen Lampe und die Ausgaben für Kerzen

2   Taler für das Reinigen der Altartücher und der Alben

10 Taler 2 Schillinge und 2 Stüber für den Kaplan als Aufgeld seines Lohnes und weil er die Kapelle schmückte.

Den Lohn von 31 Talern zahlte nämlich die Gemeinde. Diese gab ebenfalls dem Küster ein Gehalt von 4 Talern, 4 Schillingen und 2 Stübern.

 

Besitzer der Rollinger Mühle war noch immer Peter Philipp Joseph, Graf von Reiffenberg, Hoch-, Mittel- und Grundgerichtsherr von Rollingen, Aix-sur-Cloie, Battincourt, Athus, Anderny u.a. Orten, wohnhaft auf Schloss Anderny. Er war der Sohn des Johann Heinrich Joseph und Enkel des Philipp Ernst von Reiffenberg, welcher 1684 den Anteil seines Bruders in Athus und Rollingen gekauft hatte. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem Lan­desherrn zu. Im Jahre 1719 hatte Herzog Leopold dem Reiffenberger das Hochgericht über dessen Lehen abgetreten - In Wirklichkeit war der Graf von Reiffenberg nur Herr über eine Hälfte von Rollingen. Der andere Teil der Ortschaft unterstand dem Herrn von Ballonfaux.

 

Peter Philipp Joseph von Reiffenberg verpachtete die Rollinger Mühle an den Pächter Peter Franck aus der Athemer Mühle. Peter Franck gab sie dann an seinen Sohn Johann Franck weiter. Johann Franck stammte aus Holzem und hatte am 25.09.1729 die Katharina Elscherot aus Rollingen geheiratet. In den folgenden Jahren wird sie in den übinger (Aubange) Pfarrbüchern Katharina Mersch genannt. Sie war zweifelsohne die Tochter des Rollinger Müllers Theodor Elscherot. Das Paar hatte 12 Kinder.

 

1770 - Im Kataster der Kaiserin MARIA THERESIA betreffend die Rollinger Mühle werden zwei Ge­bäude aufgezählt: eine verfallene Follmühle, sowie eine Ölmühle mit angebauter Wohnung.

 

Von 1771 bis 1777 enstehen die sogenannten Ferrariskarten. (Katasterplan)

 

1772 - nennt man unser Dorf: magdeleine und la Madeleine.

 

11.09.1772 - Wiederum ist der Visitationsbericht recht kurz was Rollingen anbelangt: die Kapelle besass alles Notwendige zum Abhalten der Gottes­dienste.

 

28.09.1774 - Todestag vom Müller Peter Franck.

 

1776 - ist Kerschen Pierre Kaplan in unserem Dorf.

 

1777 - Graf de Ferraris nennt unser Dorf auf seinen Karten: La Magdelaine.

 

Er beschreibt die Korn (Chiers) folgendermassen:

La Riviere de Chaire qui... coule au sud du Village d’Atus, et va sur les Terres de France, est large de 3 à 4 Toises, et profonde de 5 à 6 pieds dont deux d’Eau. Elle coule sur un lit bourbeux dont les bords sont escarpés, et deborde par les fortes crues d’Eau en hyver, on la passe en voiture sur un pont au sud dudit Atus, ainsi qu’è gué dans l’Endroit où elle traverse les Limites de France.

Erwähnen wir, dass der Fuss (le pied) 29,5 cm mass. Der Klafter (la toise) hatte eine Länge von 6 Fuss, demnach 1,77 m in unseren Massen.

 

1777 - In den Rollinger Gerichtsbüchern wird der Mühlenteich als Orts­bestimmung erwähnt: au petit étang, au weirhie

 

29.05.1779 - André Schumacher wird in Trier geweiht

 

1779 - In den Rollinger Gerichtsbüchern wird der Mühlenteich als Orts­bestimmung erwähnt: au weyrgen

 

Von 1778 bis 25.02.1791 ist Hennes Pierre Kaplan in unserem Dorf.

 

1784 - In den Rollinger Gerichtsbüchern wird der Mühlenteich als Orts­bestimmung erwähnt: au dessus de l’étang du moulin.

 

22.11.1786 - Auf kaiserliche Verordnung - Kaiserin MARIA THERESIA Herzogin von Luxemburg - vom 29. Mai hin wurden die kirchlichen Verhältnisse niedergeschrieben. Der Bericht hielt fest, dass die Rollinger Kirche von den Einwohnern allein erbaut worden war und die Zehntherren nichts dazu beigetragen hätten. Die Kapelle war gross genug Rollingen zählte damals 170 Seelen und besass ein Einkommen von 350 Gulden, welche von Ländereien herrührten. Sie hatte ein Ziborium, 2 Kelche und die nötigen Paramente (Paramente =neulateinische Wortbildung aus parare,„bereiten“, mit dem Suffix -mentum) sind die im Kirchenraum und in der Liturgie verwendeten Textilien, die oftmals künstlerisch aufwendig gestaltet sind. Kurz die Kirchengewänder)

 

14.06.1789 - Mit dem Sturm auf die Bastille beginnt in Paris die französische Revolution.

 

 

Napoleon

15.08.1769 05.05.1821

Rollingen unter der französischen Republik

1789: Am 14. Juli 1789 begann in Paris die franz. Revolution mit dem Sturm auf die Bastille. Im Frühjahr 1794 überfielen die republikanischen Armeen unsere Gegend. Dabei wurde Niederkerschen am 23. Mai zur Hälfte eingeä­schert. Wie es in Rollingen zuging, ist nicht überliefert. Dem Bericht, dass die Kapelle von den franz. Truppen aufgebrochen und ihr Mobiliar zer­schlagen worden ist, muss mit Vorsicht begegnet werden. Trotzdem wird der Durchzug einer Eroberungsarmee für die üblichen Ausschreitungen gesorgt haben.

 

Vor dem Einmarsch der Franzosen hatte sich die Rollinger Gemeinschaft am 14. März 1794 versammelt, um eine folgenschwere Entscheidung zu tref­fen. Der Bauer Jean Dominique Ney gab bekannt, dass er im Namen seines Onkels Franz Ney, Priester, wohnhaft in Luxemburg, der Gemeinde eine Stiftung machen möchte im Werte von 613 Talern, 4 Schillingen und 4 Stü­bern, jeden Taler zu 56 Stübern gerechnet. Dieses Kapital bestünde aus 8 Obligationen und erbrächte eine jährliche Rente von 35 Talern, 5 Schillin­gen und 3 Stübern. Von dem Geld dieser Rente sollte monatlich eine Messe für den Stifter und dessen Eltern gelesen werden ; vom Rest würde der Leh­rer bezahlt werden, damit er die Rollinger Kinder gratis unterrichtete. Pfar­rer Felten riet seinen Pfarrkindern diese Stiftung anzunehmen, was diese auch taten (***Kiirfech an Parking François Ney)

 

Das Kapital dieser Stiftung wurde von den republikanischen Behörden der Petinger Gemeindekasse überwiesen. Und so konnten die Rollinger Schul­kinder unentgeltlich zur Schule gehen, bis das Schulgeld abgeschafft wurde.

 

In der Zwischenzeit amtierte der Kaplan P. Hennes nicht mehr in Rollingen. Am 25. Februar 1791 quittierte er noch seinen Lohn für das Jahr 1790. Dann schweigt das Rechnungsregister über ihn. Die Abrechnung vom 1. März 1792 unterschrieben der Pfarrer und der Kaplan von Aubange. Letzterer amtierte als Küster der Pfarrei. Das Protokoll der Stiftung Franz Ney ist von Pierre Hansel aus Differdingen unterschrieben, welcher zu derZeit den Got­tesdienst in Rollingen versah. Ausser diesem Dokument wissen wir nichts über seine Tätigkeit. Die Abrechnungen vom 26. Februar 1793 und 1794 sind nur von Pfarrer Felten signiert.

 

Doch im Laufe des Jahres 1795 kam ein neuer Kaplan in die Ortschaft, Fran­cois Eydt. Am 26. Februar 1796 quittierte er seinen Lohn für das vergangene Jahr. Dieses brachte für die Rollinger Christengemeinde eine weitere Ver­änderung. Am 31. März 1795 nämlich verkaufte die Gemeinschaft das alte Kaplanshaus für 100 Taler zu je 56 Stübern an das Ehepaar Pierre Hansel-Barbara Thomes aus DifFerdingen. Das Geld diente zum Bau einer neuen Wohnung für den Ortsgeistlichen. Noch am gleichen Tag erwarb die Gemeinschaft einen Platz mit Obstgarten für 12 Louis d’or (jeder zu 5 Taler gerechnet) und 2 Straussentaler zu je 72 Stübern von dem Eigentümer Franz Thill „zu erbauung eines zeithlichen hern Capelans hausz indeme voriges zu klein, wegend der schull, und unbequämlich”. Das neue Kaplanshaus wurde noch im gleichen Jahr erbaut. Es steht heute noch gegenüber der Kirche (Grand-Rue 1) und trägt über der Haustür die Jahreszahl MDCCLXXXXV (1795). Nach dem Bau des heutigen Pfarrhauses diente es als Lehrerwohnung.

 

Zur gleichen Zeit belagerten die franz. Truppen die Festung Luxemburg, welche sich am 7. Juni 1795 ergab. Am darauffolgenden 1. Oktober wurde das Herzogtum Luxemburg der Französischen Republik als Wälderdepartement einverleibt. Von da an galten die von Paris erlassenen Gesetze, auch was die Kirche anbelangte. So verlangte das Gesetz vom 28. September 1795 von jedem Geistlichen, der ein Amt ausübte, den Treueid auf die Republik. Obwohl das erzbischöfliche Ordinariat von Trier den Huldigungseid für zulässig erklärte, weigerten sich doch 75 % der Luxemburger Geistlichen ihn zu leisten. Am 5. September 1797 verschärfte das Direktorium den Staatseid mit dem Zusatz, Hass dem Königtum zu schwören. Am 26. Oktobr 1797 wurde das Dekret erlassen, alle Pfarrhäuser, Güter und Kirchen zu beschlagnahmen, in denen ein ungeschworener Priester amtierte.

 

😂🤣Der Rollinger Kaplan hatte ebenfalls den Eid verweigert. Laut Verordnung vom 3. Dezember 1797 sollte die Rollinger Kirche unter Sequester gestellt werden. Am 11. Dezember erschien der Kommissar für Sequesterangelegenheiten Hartman in der Ortschaft und begab sich zu Franz Schuweiler, dem Adjunkten der Gemeinde Petingen. Der Agent (= Bürgermeister) Franz Thill war abwesend. Schuweiler erklärte dem Kommissar, dass vor drei Tagen die Kapelle ausgeräumt worden war. Er hätte dem Agenten Thill bericht darüber erstattet. In der Tat war gute Arbeit geleistet worden : in der Kirche fand der Kommissar nur mehr einen kupfernen Weihwasserkessel, der an der Kirchentür befestigt war, den Deckel eines Weihrauchfasses und eine zerbrochene Messdienerklingel. Die Sakristei war leer, die Glocke verschwunden. Hartman schloss die Kapelle ab und übergab Schuweiler den Schlüssel. Anschliessend gingen sie zum Vikar. Kirchenregister hätte er nicht, diese wären von den Franzosen zerstört worden. Der Kommissar ord­nete an, dass Vikar Eydt binnen drei Tage das Kaplanshaus zu verlassen hätte und Schuweiler den Schlüssel aushändigen sollte. Daraufhin begaben sie sich zum Kirchenmomper Henri Lippert. Dieser erklärte, er hätte keine Rechnungsbücher. Er glaubte, der Pfarrer von Küntzig müsste sie haben. Er wüsste es nicht genau, da er erst zweieinhalb Jahre im Dorf wohnte. Endlich verliess Hartman Rollingen.

 

Zu dem Vorigen muss man bemerken, dass man dem guten Kommissar einen schönen Bären aufgebunden hatte. Rollingen hat nie zur Pfarrei Künt­zig gehört, sondern zu Aubange. Lippert war auch nicht der Kirchenmom­per; er konnte demnach keine Rechnungsbücher haben. Der Agent Franz Thill hatte wohl die Ankunft des Kommissars ausfindig gemacht und die Rollinger gewarnt. Diese hatten dann alles aus der Kirche weggetragen, was nicht festgenagelt war. Der Adjunkt Schuweiler stelle sich dumm und führte Hartman zu dem falschen Verantwortlichen.

 

Doch auch Hartman schien das Ganze nicht geheuer gewesen zu sein. Hatte jemand ihm zugeflüstert, dass die Rollinger ihn an der Nase herumgeführt hatten? Wie dem auch sei. Am andern Tage, dem 12. Dezember 1797, erschien Hartman urplötzlich in der Ortschaft. Er ging zum wirklichen Kir­chenmomper Nicolas Thill, welcher ihm das Rentenregister der Kapelle aus­händigen musste. Die andern Bücher wären von den franz. Truppen bei ihrem Durchzug zerrissen worden. Dieses Rentenregister befindet sich heute im Rollinger Pfarrarchiv. Dann begab sich Hartman zum Agenten Franz Thill. Als sie zur Kapelle kamen, war diese offen und das Schloss ver­schwunden. Der Kommissar stellte Thill zur Rede, doch dieser wusste nichts von einem Schloss und einem Schlüssel. Der Adjunkt Schuweiler aber schien wie vom Erdboden verschwunden. Hätte der Republikaner Hartman an Wunder geglaubt, so wäre er bestimmt gläubig geworden. Vor ihm stand eine völlig eingeräumte Kapelle.

 

Hier der Originalbericht der beschlag­nahmten Sachen:

Dans la sacristie en ornements et habillements sacerdotale huit chasubles toute tres mauvaise une seulement bonne, neuf etolle bonne, huit manipules, huit bourses, sept voille ; En linge trois nappes d’autel deux tres mauvaises et de grosse toille l’autre est fine et garnie de grosse d’entelle, neuf corporaux, un vieil essui main et un vieux surplis, deux soutane noir dont une d’enfant de choeur trois collet bleu d’enfant de choeur, trois voile de baumier dont une mauvaise un paquet de vieille doubleure.

En ustenciles : un cul de lampe avec son couvercle et son porte meche en cuivre jaune, deux chanderlier de cuivre jaune, une croix de cuivre jaune, deux burettess d’etain, un missel et un pour la messe des morts, une cloche de petite grandeur garnie de sa corde.

 

Die beschlagnahmten Sachen wurden zu einem Paket verschnürt und versiegelt. Dieses wurde zwecks Aufbewahrung zum Hause von Schuweiler getragen. Am späten Abend hatten also die Rollinger ihre Kapelle wieder eingeräumt, aber nicht mit der Hartnäckigkeit des Kommissars gerechnet. Franz Thill blieb nicht lange Agent der Gemeinde Petingen. Er wurde durch den Rodinger Nicolas Gloutin ersetzt. Schuweiler blieb Adjunkt. Am 12. Juni 1798 bezeichnete Kantonskommissar Umhoefer von Niederkerschen den Rodinger als ränkesüchtig und fahrlässig, den Rollinger als unwissend und fanatisch (im Sinne von gut katholisch). Er sollte abgesetzt werden.🤣😂

 

Das Ende der Rollinger Christengemeinde schien gekommen zu sein : ihre Kapelle war geschlossen, die Kirchensachen beschlagnahmt, die Güter kon­fisziert. Doch so schnell gaben der Kaplan und seine Pfarrkinder nicht auf. Eydt musste trotzdem seinen Dienst verrichtet haben. Um der widerspen­stigen Geistlichen Herr zu werden, beschloss die republikanische Verwal­tung am 4. November 1798 die ungeschworenen Priester zu verhaften und nach Amerika resp. den Inselnund Oleron zu deportieren. Bereits am 11. November erschienen die Niederkerschener Gendarmen um Eydt festzunehmen. Sie fanden aber nur seine Haushälterin vor. Diese sagte aus, der Kaplan wäre nicht zu Hause. Alles Suchen half nichts. Auch der Bürger­meister bestätigte, dass der Kaplan bereits seit mehreren Tagen verschwun­den wäre. In seinem Versteck überlebte Eydt die Verfolgungswelle.

 

Am 9. November 1799 riss Napoleon die Macht an sich. Durch seine Beschlüsse wurden im folgenden Jahr die Kirchen wieder geöffnet sowie die verhafteten und deportierten Geistlichen frei gelassen. Am 23. Januar 1800 war in Niederkerschen das Mobiliar der geschlossenen Kirchen des Kantons versteigert worden. Nik. Schuweiler hatte die Rollinger Altäre und Kirchen­bänke für 5 Franken ersteigert. Er schenkte sie nachher der Kirche. Kaplan Eydt konnte sein Versteck verlassen und den normalen Gottesdienst wieder aufnehmen bis zu seinem Tode am 20. April 1802. Er war nur 44 Jahre alt geworden.


1790 - In den Rollinger Gerichtsbüchern wird die Ölmühle als Ortsbestimmung erwähnt - sur le moulin alhuil saison du Gronde

 

14.03.1794 - Die Rollinger Gemeinschaft versammelt sich und der Bauer Jean Dominique Ney gab bekannt, dass er im Namen seines Onkels Franz Ney, Priester, wohnhaft in Luxemburg, der Gemeinde eine Stiftung machen möchte im Werte von 613 Talern, 4 Schillingen und 4 Stü­bern, jeden Taler zu 56 Stübern gerechnet. Dieses Kapital bestünde aus 8 Obligationen und erbrächte eine jährliche Rente von 35 Talern, 5 Schillin­gen und 3 Stübern. Von dem Geld dieser Rente sollte monatlich eine Messe für den Stifter und dessen Eltern gelesen werden; vom Rest würde der Leh­rer bezahlt werden, damit er die Rollinger Kinder gratis unterrichtete. Pfar­rer Felten riet seinen Pfarrkindern diese Stiftung anzunehmen, was diese auch taten. Das Kapital dieser Stiftung wurde von den republikanischen Behörden der Petinger Gemeindekasse überwiesen. Und so konnten die Rollinger Schul­kinder unentgeltlich zur Schule gehen, bis das Schulgeld abgeschafft wurde.

 

1794 - verrichtet der Kaplan Hansel Pierre aus Differdingen den Gottesdienst in unserem Dorf. Er unterschrieb das Protokoll der Franz Ney Stiftung. Sonstige Tätigkeiten von ihm sind nicht bekannt.

 

Im Frühjahr 1794 überfielen die französischen republikanischen Armeen unsere Gegend. Dabei wurde Niederkerschen am 23. Mai zur Hälfte eingeä­schert. Wie es in Rollingen zuging, ist nicht überliefert. Dem Bericht, dass die Kapelle von den französischen Truppen aufgebrochen und ihr Mobiliar zer­schlagen worden ist, muss mit Vorsicht begegnet werden. Trotzdem wird der Durchzug einer Eroberungsarmee für die üblichen Ausschreitungen gesorgt haben.

 

07.08.1794 - Todestag von Katharina Mersch Witwe des Müllers Peter Franck. Johann Franck, der Sohn von Peter und Katharina, übernimmt die Rollinger Mühle.

 

31.03.1795 - Die Rollinger Christengemeinschaft verkaufte das alte Kaplanshaus für 100 Taler zu je 56 Stübern an das Ehepaar Pierre Hansel-Barbara Thomes aus Differdingen. Das Geld diente zum Bau einer neuen Wohnung für den Ortsgeistlichen. Noch am gleichen Tag erwarb die Gemeinschaft einen Platz mit Obstgarten für 12 Louis d’or (jeder zu 5 Taler gerechnet) und 2 Straussentaler zu je 72 Stübern von dem Eigentümer Franz Thill „zu erbauung eines zeithlichen hern Capelans hausz indeme voriges zu klein, wegend der schull, und unbequämlich”.

 

Das neue Kaplanshaus wurde noch im gleichen Jahr erbaut. Es steht heute noch gegenüber der Kirche (Grand-Rue 1) und trägt über der Haustür die Jahreszahl MDCCLXXXXV (1795). Nach dem Bau des heutigen Pfarrhauses diente es als Lehrerwohnung.

 

Von 1795 bis 1802 ist Eydt François Kaplan in unserem Dorf.

 

07.06.1795 - Die Festung Luxemburg ergibt sich den französischen Truppen.

 

Von 1795 bis 1815 findet die französische Besatzungszeit statt. Was mit der Rollinger Mühle während der französischen Zeit geschah, wissen wir nicht.

 

01.10.1795 - Das ehemalige Herzogtum Luxemburg wurde als Wälderdepartement (departement des Forêts) ein Teil der französischen Republik. Unsere Ge­gend gehörte damals zum Kanton Niederkerschen. Die Einteilung des Kantons in verschiedene Gemeinden be­reitete der Kantonsverwaltung eine Menge Schwierig­keiten. So hatten dann auch Rollingen, Rodingen und Petingen anfangs eigene Bürgermeister (genannt agent).

 

Von 1796 bis 1798 ist Pierre Berquin aus Rodingen Bürgermeister.

 

12.12.1797 - Die republikanischen Autoritäten (Franzosen) schlossen das Rollinger Gotteshaus, da der Kaplan den Eid auf die Verfassung verweigert hatte. Die noch Vorgefundenen Kirchensachen (siehe Kriege), darunter eine kleine Glocke mit Seil, wurden beschlagnahmt.

 

1798 - ist Franz Thill aus Rollingen Bürgermeister sowie Nicolas Gloutin aus Rodingen Bürgermeister.

 

Von 1798 bis 1800 ist Nicolas Thill aus Rollingen Bürgermeister.

 

09.04.1799 - Die Einwohner von Petingen, Rodingen und Rollingen versam­melten sich um einen gemeinsamen Bürgermeister (agent) und dessen Vertreter (adjoint) zu wählen. Die Wahl fiel auf Nicolas Bosseler aus Rollingen als Agenten und auf Philippe Fournelle aus Rodingen als Adjunkten.

 

Von 09.04.1799 bis 11.10.1800 ist Nicolas Bosseler 1ter gemeinsame, aus Rollingen stammende Bürgermeister der Gemeinde Petingen.

 

15.05.1799 - Die Kan­tonsmunizipalität teilte den Kanton Niederkerschen endgültig in Gemeinden (agences) ein. Auch wenn die Verwaltung die Wahl der Gemeindeverantwortlichen nicht aner­kannte, so setzte sich die Gemeinde Petingen doch aus den drei Ortschaften zusammen, die gemeinsam zur Wahl geschritten waren. Der Bürgermeister hiess damals agent und sein Stellvertreter adjoint.

 

Es war dies die Geburtsstunde der heutigen Gemeinde Petingen.

 

 

 

09.11.1799 - Napoleon reisst die Macht an sich.