Dies ist ein Versuch die weltliche und kirchliche Geschichte von Rollingen chronologisch zusammenzufügen.


Von 1848 bis 1854 ist François Thill (der Este) aus Rollingen Bürgermeister.

 

Vom 24.11.1848 bis 25.03.1849 und vom 15.01.1858 bis 31.12.1860 ist Pierre Tockert Landwirt aus Rollingen im Gemeinderat. Vom 26.03.1849 bis 21.12.1854 ist er Schöffe.

 

Vom 01.01.1850 bis 09.03.1852 ist Pfarrer Ries Jean aus Rodingen Pfarrverwalter.

 

13.07.1850 - Um die gewöhnlichen und aussergewöhnlichen Ausga­ben der Sektion für das Jahr 1851 zu decken (unbezahl­te Rechnungen für den Schulneubau, Möblierung des Klassenzimmers) sieht der Gemeinderat keine andere Möglichkeit, als die Einwohner mit einer Gemeinde­steuerzu belegen.

 

Man hatte auch daran gedacht, den Rollingern das Hol­zungsrecht wegzunehmen, hat aber davon abgesehen, denn in dem Fall «le désordre deviendrait général». Man bittet aber den «Administrateur général des affaires communales» den ordentlichen Holzschlag in Rollin­gen Für 1851 um einen Hektar erweitern zu dürfen, um so zusätzliche Einnahmen zu bekommen.

 

28.08.1850 - Der Haushalt sieht für 1850 eine Gemeindesteuer («cotisation personnelle à répartir sur les habitants de Lama­delaine») von 420 F vor. Das können die Rollinger nicht aufbringen, sie haben keine andere Einnahmequelle als den Viehverkauf, und die Preise sind derzeit sehr niedrig, wenn überhaupt ein Käufer sich findet. Der Gemeinderat bittet deshalb um die Erlaubnis, diese Steuer auf 231,60 F herabzusetzen.

 

19.10.1850 - Die Lage scheint aussichtslos! In der Rollinger Schule gibt es immer noch keine Schulbänke, die doch so wich­tig für den Unterricht wären. Aber woher Geld nehmen? Die Gemeinde bittet die «Administration générale des affaires communales» um eine Unterstützung von 200 F. In Rollingen selbst stehen keine Geldmittel mehr zur VerFügung: «les ressources sont épuisées pour longtemps et (...) on ne connait pas de moyen pour en créer.»

 

Vom 09.03.1852 bis 01.05.1852 ist Pfarrer Wener Jean-François aus Petingen wieder Pfarrverwalter.

 

Vom 01.05.1852 bis 27.04.1857 ist Pfarrer Kauder Philippe aus Rodingen Pfarrverwalter.

 

Vom 22.12.1854 bis 14.01.1858 ist Pierre Tockert Landwirt aus Rollingen Bürgermeister.

Als Schöffe musste Pierre Tockert seine Fähigkeiten unter Be­weis gestellt haben, da ihn Wilhelm III. 1854 zum Bürger­meister von Petingen ernannte. Doch bereits in seinem ers­ten Amtsjahr wurde gegen ihn wegen schlechter Führung Klage eingereicht: der Pfarrer von Rodingen hatte ihn öffent­lich von der Kanzel herab getadelt. Tockert wurde vom Distriktskommissar verteidigt, welcher ihn als intelligent und aktiv bezeichnete, leider aber dem Branntwein verfal­len wäre (adonné aux liqueurs spiritueuses). Der Minister antwortete, dass Tockert in angetrunkenem Zustand Sze­nen in der Kirche, der Schule und in den Sitzungen des Gemeinde- und Kirchenrats gemacht hätte. Am 11. Septem­ber 1855 teilte der Justizminister seinem Kollegen mit, dass der Beschuldigteam letzten 23. August vom Escher Tribunal wegen Verstosses gegen des Wirtshausgesetz verurteilt wor­den war, obschon er als Bürgermeister die Pflicht hatte zu sorgen, dass diesem Gesetz Folge geleistet würde.

Da sich sein Benehmen nicht besserte, wurde Tockert im Januar 1858 als Bürgermeister durch den Petinger Landwirt Jean Kaufmann ersetzt. Er blieb jedoch Mit­glied des Gemeinderats bis Ende 1860.

 

Vom 30.12.1854 bis 15.01.1858 und vom 02.01.1873 bis 21.02.1873 sitzt François Thill (III.) Landwirt aus Rollingen im Gemeinderat.

 

Vom 27.04.1857 bis 12.08.1862 ist Reichling Jean-Baptiste aus Hondelingen Bischhoflicher Pfarrer.

 

Vom 16.01.1858 bis 12.02.1864 ist François Thill (III.) Schöffe.

 

1859 - Errichtung der Muttergottesstatue auf dem Berg durch Pfarrer Jean-Baptiste Reichling. Dieser Ort wird fortdann Muttergottesknippchen genannt. Allerdings stand die erste Statue nicht an dem heutigen Ort. Der Standort musste ein paar Mal gewecheselt werden wegen Einsturzgefahr durch die sich darunter befindlichen Mienen.

 

Februar 1859 - Bauingenieur Antoine Hartmann hatte einen Plan zur Restauration und Vergrösserung der Rollinger Kirche ausgearbeitet. Der voraussichtliche Kostenpunkt lag bei 10.000 Franken. Doch geschah nichts, da die Rollinger Sektionskasse nicht die nötigen Geldmittel besass.

 

12.07.1859 - Der Petinger Gemeinderat verfasste eine Petition, damit Rollingen in eine staatliche Pfarrei umgewandelt werden sollt. Darin ging Rede u.a., dass die Restauration der Kirche dringend notwendig wäre.

 

29.07.1859 - Geburt von Charles Lucas in Rollingen - Redemptoristenpater, legte 1880 seine Profess ab. Wurde am 26.05.1888 in Luxemburg zum Priester geweiht. Trat 1899 aus dem Orden aus und wirkte danach als Weltpriester in der Diö­zese Metz.

 

1860 - Rollingen zählt 250 Einwohner.

 

08.11.1860 - Rollingen wird offiziell zur staatlichen Pfarrei und somit gab es ab jetzt nur noch staatliche Pfarrer.

 

Von 1860 bis 1862 ist Reichling Jean-Baptiste der erste staatliche Pfarrer in Rollingen. 

 

14.08.1860 - Auf Anfrage des Distriktskommissars antwortete der Petinger Bürgermeister, dass das Pfarrhaus und der Friedhof von Rollingen in gutem Zustand wären. Das Gleiche gälte für das Kirchenmobiliar und die Paramente. Was aber die Kirche anbeträfe, so bestünde bereits ein Projekt zur Renovation. Sobald die nötigen Mittel vorhanden wären, käme dieses zur Ausführung.

 

November 1860 - Der Petinger Gemeinderat beschloss, die Rollinger Kirche zu renovieren und zu vergrössern. Ein Hinausschieben würde die Lage nur noch verschlimmern. Das Geld sollte durch Holzschlag in den Sektions­wäldern aufgebracht werden.

 

Februar 1861 - Der Apostolische Provikar von Luxemburg, Nicolas Adames, schrieb an den Staatsminister Victor de Tornaco, die Rollinger Kirche müsste dringend renoviert werden. Sie wäre “impropre à sa destination tant à cause de son état de vétusté qui menace ruine qua cause de l’insuffisance de son étendue qui ne peut recevoir qu’une partie de la population de la succursale”. Da die Kirchenfabrik kein Geld besässe, wäre es an der Gemeinde, die Arbeiten zu bezahlen.

 

02.03.1861 - Der Staatsminister schrieb an seinen Kollegen, den General­direktor des Innern (heute Innenminister), sich der Renovierung der Rollinger Kirche anzunehmen. Dieser versicherte am 6. März dem Provikar, dass er die Angelegenheit prüfen würde.

 

April 1861 - Der Provikar schrieb an den Generaldirektor des Innern, der Renovierungsplan der Rollinger Kirche müsste so ausgeführt werden, wie ihn Hartmann aufgestellt hätte. Er wäre gegen das Flickwerk, wie es der Distriktskommissar vorgeschlagen hätte. In der Sektionskasse wären 7.008 Franken; es würden demnach nur noch 2.992 Franken fehlen. Diese könnten durch ein Subsid der Regierung und eine Anleihe aufgebracht werden.

 

24.04.1861 - Der Plan Hartmann wurde von der Oberbehörde geneh­migt.

 

07.10.1861 - Öffentliche Vergabe (es wurden 12% Rabatt ausbedungen) der Arbeiten an Pierre Noël, Zimmermann, und Jean Logefin, Maurer, aus Differdingen.

 

06.03.1862 - Da der Bauingenieur Hartmann festgestellt hatte, dass die Steine der Kirchenmauern mit Lehm zusammengefügt worden waren und man daher auf sie nicht aufbauen könnte, beschloss der Gemeinderat die alten Kirchenmauem bis zum Grunde abreissen und wieder neu aufrichten zu lassen. Wegen des schlechten Untergrundes sollten die neuen Mauern mit Pfeilern abgestützt werden.

 

21.06.1862 - An diesem Tag starb der Mitunternehmer Jean Logefin. Am 10. August verpflichteten sich sein Bruder Joseph Logefin der Alte und dessen Sohn Joseph Logefin der Jüngere die Arbeiten an der Rollinger Kirche unter den gleichen Bedingungen weiter zu führen.

 

September 1862 - Der Architekt schlug vor, zur besseren Festigkeit des Kirchturms, diesen mit Blindmauerwerk ausführen zu lassen.

22.02.1863 - Abnahme der Arbeiten durch Bauingenieur Hartmann, welche am 24. Mai 1864 durch den Gemeinderat und am 11. Juni durch die Oberbehörde genehmigt wurde:

 

Abriss der alten Kirche:

401,42 Fr.

Neubau:

 

1. Maurerarbeiten:

6.681,55 Fr.

2. Zimmermannsarbeiten:

2.937,84 Fr.

3. Dachdeckerarbeiten:

1.571,47 Fr.

4. Plafonierarbeiten:

513,20 Fr.

5. Schlosserarbeiten:

640,80 Fr.

6. Anstreicher- und Schreinerarbeiten:

220,45 Fr.

7. Glaserarbeiten:

210,28 Fr.

TOTAL:

13.177,01 Fr.

12% Rabatt:

1.581,24 Fr.

 

11.595,77 Fr.

Supplementararbeiten:

8.096,44 Fr.

 

19.692,21 Fr

Verwertung von alten Materialien:

1.317,50 Fr

Gesamtkosten:

18.374,71 Fr.

Architektkosten:

984,61 Fr.

 

Von dem Bau der grösseren Kirche steht heute noch der Turm.

 

Von 1858 bis 1861 ist Jean Kauffmann aus Petingen Bürgermeister.

 

Von 1861 bis 1873 ist Pierre Kirpach aus Petingen Bürgermeister.

 

1862 ist Kieffeler Pierre aus Rodingen Pfarrverwalter.

 

Vom 08.09.1862 bis 26.10.1864 ist Scholtes Jean-Pierre aus Redingen Pfarrer.

 

06.04.1863 - Der Steinforter Bürgermeister Mathias Diderrich, wohnhaft in Hagen, verkaufte der Gemeinde Petingen, vertreten durch den Bürger­meister Kirpach und den Schöffen Thill, zwei Glocken für die Rollinger Kirche zum Preis von 4,60 Franken/kg. Der Verkäufer übernahm die Garantie für ein Jahr und zahlte 2 Franken/kg für die alte Glocke.

 

Am 28. April bestimmte der Petinger Gemeinderat, dass das Geld zum Kauf der Glocken durch Holzschlag im Rollinger Gemeindewald eingebracht wer­den sollte. Dem stimmte der Generaldirektor (heute Minister) am 27. Mai zu.

 

Die Abrechnung erfolgte am 11. Mai 1864:

Preis der neuen Glocken:                         561 x 4,60            =            2580,60 Franken

Rückzahlung für die alte Glocke:             148,5 x 2               =              297,00 Franken

       2283,60 Franken

 

Arbeit am Glockenstuhl und Aufziehen der Glocken durch Pierre Noël, Zimmermann aus Differdingen:  130,00   Franken Schmiedearbeiten für das Aufziehen und Aufhängen durch Christophe Lucas, Hufschmied aus Rollingen: 140,74    Franken TOTAL: 2554,34 Franken

 

Die Glocken waren ursprünglich (1862) von der Giesserei N. Jaclard aus Metz für die Pfarrei Hagen gegossen worden.

 

Die grosse Glocke steht unter dem Schutz des hl. Antonius, die kleine ist dem hl. Donatus geweiht.

 

Vom 05.01.1864 bis 17.06.1867 ist der Rollinger Landwirt Pierre Schutz im Gemeinderat. Vom 18.06.1867 bis 22.07.1870 ist er Schöffe. Er starb in Ausübung seines Amtes.

 

04.04.1864 - Todestag von Margarete Wirtz Ehefrau des Müllers Johann Peter Franck.

 

Von 1864 bis 1865 ist Pierrard Nic aus Petingen Pfarrverwalter.

 

05.07.1864 - Der Gemeinderat beschloss, eine Sakristei an die Rollinger Kirche zu bauen, damit der Pfarrer sich nicht mehr vor den Gläubigen um­kleiden müsste. Ausserdem sollte der Friedhof neben der Kirche vergrössert werden. Beim Ausheben der Gräber stiess man bereits in 50 cm Tiefe auf Grundwasser. Da jedoch kein Geld in der Sektionskasse wäre, könnte kein neuer Friedhof an einem besseren Platz angelegt werden. Das Geld für beide Vorhaben sollte durch Erzverkauf eingebracht werden.

 

27.09.1864 - Die Arbeiten wurden an Christophe Brasseur und an Pierre Noël aus Differdingen vergeben.

 

09.03.1865 - Die Gemeinde kaufte von Dominique Bosseler einen Streifen Garten längs der Westseite des Friedhofs für die Vergrösserung und die Verlegung des Weges. Trotz Widerstand des Distriktkommissars genehmigte der Generaldirektor am 14. April den Kauf.

 

Die Abrechnung sah so aus:

Vergrösserung und Instandsetzung des Friedhofs:     852,10 Franken

Bau einer neuen Friedhofsmauer:                               1238,10  Franken

Bau der Sakristei:                                                                                891,99 Franken

 

Vom 25.09.1865 bis 07.07.1869 ist Guillaume Jean-Pierre aus Steinsel Pfarrer.

 

14.04.1866 - Todestag vom Müller der Grundmühle, Peter Franck. Sein Sohn Johann führte den Müllerbetrieb weiter. Er wurde in Rollingen "de Grountert" genannt.

 

Vom 20.07.1869 bis 01.01.1877 ist Courte Mathias aus Oberdonven Pfarrer.


Dorfkern
Dorfkern

Vom 27.09.1870 bis 31.12.1881 ist der erste Grubenarbeiter aus Rollingen, Nicolas Mendels-Thinten, im Gemeinderat.

 

Vom 22.02.1873 bis 10.01.1891 ist François Thill (III.) Landwirt aus Rollingen Bürgermeister.

 

Im Dezember 1875 - wird die Bahnstrecke bis zur Gare Lamadelaine in Fond de Gras (so hiess dieser Bahnhof früher) von der Prinz-Heinrich-Eisenbahngesellschaft Betrieb genommen. Er war damals nur ein Güterbahnhof der zur Umladestation von Eisenerz gehörte.

 

Vom 12.12.1877 bis 21.09.1882 ist Feltes Pierre aus Gostingen Pfarrer.

 

1879 - Eröffnung UNSERER GIEDEL im Fond de Gras.

 

Im April 1879 - wird die Bahnstrecke Fond de Gras - Bois Châtier (kurz vor der französischen Grenze) in Betrieb genommen.

 

1880 - Rollingen zählt 433 Einwohner.

 

1881 - Landesweite Einführung der allgemeinen Schulpflicht für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren.

 

Vom 21.09.1882 bis 05.09.1895 ist Schock Thomas aus Grevenmacher Pfarrer.

 

02.04.1883 - In der Grundmühle kommt der letzte der Familie Frank zur Welt. Er bekommt den Vornamen Johann und wird fortan  "Millejängi" genannt.

 

24.06.1883 - Geburt von Emile Linden in Rollingen - geweiht am 25. 7. 1908 in Luxemburg - Vikar in Düdelingen 1908-1909, Kaplan in Rippweiler (Pf. Useldingen) 1909-1911, Vikar in Grevenmacher 1911-1919, Pfarrer in Bech (Echt.) 1919- 1928, Pfarrer in Bissen 1928-1932, Pfarrer in Ettelbrück 1932-1951, Aum. im „Kannerland” Limpertsberg 1951-1957 - gestorben am 22. 4. 1957 in Luxemburg.

 

1886 - Das Pfarrhaus wird errichtet. (Heute Sitz der Geschichtsfreunde)

 

Vom 02.01.1887 bis 31.12.1902 und vom 04.05.1906 bis 31.08.1906 war Dominique Schiltz, Landwirt aus Rollingen im Gemeinderat. Schöffe war er vom 01.09.1906 bis 31.12.1911.

 

01.06.1888 - Definitive Abnahme der Arbeiten am neuen Schulgebäude und am neuen Pfarrhaus. (Détailer)

 

06.06.1889 - Gründungsjahr des "Rollénger Gesangveräin" -- Erster mir bekannter Verein von Rollingen. In der Gemeinderatssitzung wird dem neuen "Musikverein" (gemeint war der Gesang) erlaubt, in der Jungenschule zu üben. Der Verein muss aber den Saal sauber halten und für eventuellen Schaden aufkommen.

 

29.11.1889 - Todestag vom Müller Johann Franck genannt "de Grountert".

 

1890 - Gründung des Landwirtschaftlichen Lokalvereins. 

 

1890 - Rollingen zählt 564 Einwohner.


 

Jean Thill, Landwirt in Rollingen, war im

Gemeinderat vom 22.01.1861 bis 11.05.1871

und vom 02.01.1882 bis 04.02.1891

 

Schöffe war er vom 12.05.1871 bis 31.12.1822

 

Bürgermeister war er vom 05.02.1891 - 04.08.1906


 

Vom 02.01.1891 bis 31.12.1896 ist Jean-Pierre Tockert, Landwirt aus Rollingen im Gemeinderat.

 

 

27.12.1894 - Geburt von Camille Braun  in Hemsthal - seine Eltern zogen nach Rollingen, wo er 1906 seine 1. Hl. Kommunion machte  - geweiht am 30. 7. 1922 in Luxemburg - Kaplan in Holler 1922-1923, Vikar in Oberwormeldingen 1923-1928 gestorben am 26. 3. 1928 in Wormeldingen.

1895 - Einweihung der 1ten Fahne des Gesankvereins


Vom 05.09.1895 bis 07.11.1898 ist Nothumb Michel aus Useldingen Pfarrer.

 

1896 - Pfarrer Michel Nothumb versuchte die Arbeiten und die Neuanschaffungen zu beschreiben:

 

Die Aufzählung der neu angeschafften Gegenstände muss natürlich lückenhaft bleiben, weil ich nicht weiss, wann die einzelnen angeschafft wurden. Unter Herrn Feltes (Pfarrer 1877-1882) ward die Kommunionbank gemacht. Der Hauptaltar, die Fenster, die prachtvollen Rahmen der Stationen kamen unter Herrn Schock (Pfarrer 1882-1895).

 

Im Frühjahr 1896 ward die Sakristei restaurirt. Der hochgelegene Boden um die Sakristei herum, ward entfernt, das Regenwaser, das immer unter der Thüre in die Sakristei eindrang, durch revers abgeleitet. Ein neuer Fussboden ward gelegt, der Bewurf an allen Wänden abgekratzt und durch Cement ersetzt. Eine neue Decke, eine neue Aussenthüre der Sakristei wurden beschafft und die Regenseite mit Zink bekleidet. So ist die Sakristei recht brauchbar.

 

Der Gang in der Kirche aus Schief er steinen war namentlich am hintern Endt sehr schadhaft.

Grosse Löcher machten einen Ersatz durch Mosaik nothwendig.

 

Nahe zu zwischen den Säulen, die die Emporbühne tragen, stand ein alter Weihwasserkessel in der Mitte des Ganges. Dieser wurde entfernt und durch zwei marmor­ne im Thurm ersetzt. Auch eine neue Kirchthüre wurde einge­setzt. Das alles hat die Gemeinde bezahlt.

 

Es war mir ein allzukleines gewöhnliches Ciborium hier. Darum ward ein neues grosses, allerdings möglichst einfaches von Herzig-Muller gekauft. Das äusserst prachtvolle alte, welches aus Luxemburg stammt und anfangs des Jahrhunderts gekauft wurde, ward als Kelch konsekrirt, dazu eine Patina gekauft, so dass wir jetzt 3 Kelche haben. Uebrigens kann es noch bei besonders feierlichen Gelegenheiten als Ciborium benutzt werden.

 

Der schäbige Anstrich der Nebenaltäre und des Predigtstuhles mit Bleiweiss passte nicht mehr in die Kirche, seitdem der Hauptaltar in seiner Naturfarbe mit seiner schönen Decoration prangte. Darum wurden die Seitenaltära und der predigtstuhl mit Holzfarbe angestrichen und decorirt. Die Stationsrahmen wurden gleichzeitig decorirt.

 

1897 - Der alte Kirchhof ward längs der Kirche niedriger gelegt, weil er fast bis an die Fenster die Mauer der Kirche bedeckte und so die Feuchtigkeit in der Kirche wesentlich verursachte. Ein revers leitet das Regenwasser ab. Der ent­fernte Boden wurde auf den neuen Kirchhof gebracht. Das Alles besorgte die Gemeinde.

 

Der neue weisse Chormantel, bestellt bei Frl. Rasquin mit dem Ciboriumsmäntelchen kostet 175 Fr. Aus freiwilligen Beiträgen bezahlt. Die neue schwarze Fahne bezahlte die Fabrik. Das darauf befindliche Bild rührt her von einer alten weissen Fahne.

In die neuhergesteilte Sakristei musste auch noch ein neuer Schrank kommen. Da der alte zu Nichts mehr brauchbar war, ward er als Rückwand für den neuen benutzt. Fabrik und Gemeinde bezahlten dafür an Herrn Schmit dafür 350 Fr.

 

Unser Luxemburger Muttergottesbild, das früher beseitigt worden war, kam wieder zu Ehren und ward auf den Muttergottes Altar aufgestellt. Frau Schmit hat das weisse Kleid gekauft, das violette kommt von Unbenannt.

 

Das traurigste Möbelstück war der alte Beichtstuhl, der Spott der ganzen Gegend. Es war daher kein Muthwille, ihn durch einen neuen zu ersetzen. Der prächtige neue von Herrn Schmit gemacht kostet 375 Fr. Aus freiwilligen Beiträgen.

 

1898 - Die ursprünglich nicht zum Plane der Kirche gehörende Emporbühne hatte nur ein Fenster und zwar im Thurm. Es war namentlich bei trübem Wetter fast unmöglich, etwas zu sehen. Darum liess die Gemeinde in die Giebelmauer zwei Fenster brechen. Die Herrn Schmit und Linster von Mondorf erhielten für das Glas und Einsetzen 60 Fr.

 

Zur Emporbühne führte eine Treppe, die ungebührlich viel Platz einnahm. Da die Kirche ohnehin zu klein ist, liess die Gemeinde sie entfernen und beschaff­te die neue gusseiserne, die bei Metz et C. 300 Fr. kostet.

 

Die beiden Gitter des alten Beichtstuhles wurden angebracht, das eine in der Sakristei, das andere unter dem Predigtstuhl. Noch ist zu erwähnen der neue Schrank auf der Emporbühne zum Aufbewahren der Chorbücher.

 

 

Vom 07.11.1898 bis 14.11.1904 ist Pinth Jean-Baptiste aus Oberbesslingen Pfarrer.