Dies ist ein Versuch die weltliche und kirchliche Geschichte von Rollingen chronologisch zusammenzufügen.


Im 5. Jahrhundert -  nachdem die Siedlung auf dem Titelberg aufgegeben worden war, liessen sich germanische Stämme im Korntal nieder. Es entstanden Rollingen, Rodingen, Petingen, Differdingen.

 

In Rollingen liess sich die germanische Stamm von Rodilo nieder. Rodilingen war demnach der Ort, an dem sich die Sippe des Rodilo niedergelassen hatte. Aus dem frühen Rodilingen wurde das heutige Rollingen.

 

Von 573 bis 596 - war ein gewisser Magnerich Erzbischof von Trier. Zu dieser Zeit gehörte unsere Gegend kirchlich zu Mont-Saint-Martin. Dieser Magnerich liess in Mont-Saint-Martin die noch heute dort stehende Martinskirche erbauen.

 

Um die Wende des 10./11. Jahrhunderts - hat dann möglicherweise Graf Liuthard von Longwy mit Erlaubnis des Erzbischofs von Trier das Gotteshaus von Aubange zum Mittelpunkt einer neuen Pfarrei erhoben, welche die Dörfer Aubange, Athus und Rollingen begriff.

 

Vor 1250 – An der Korn, jedoch auf Athemer Bann, war die gemeinsame Mühle für die Dörfer Athus, Rodingen und Rollingen errichtet worden. Dies bedingte einen gemeinsamen Grundherrn für die drei Ortschaften. Zu dieser Zeit war es der Herzog von Lothringen Herr von Longwy und damit ebenfalls Besitzer von Athus, Rodingen und Rollingen.

 

1287 - ein gewisser Theoderich wird als Pfarrer von Aubange und Dechant der Christenheit von Arlon erwähnt. Dieser hielt Sonntags abwechselnd in Rollingen und Aubange die hl. Messe in der eigenen neu errichteten Dorfkapelle. Sie war der heiligen Magdalena geweiht.

 

1292 - Herzog Friedrich III. von Lothringen verkauft dem Grafen Heinrich III. von Bar die Herrschaft Longwy. Dadurch war Rollingen ein Teil der Grafschaft von Bar geworden.

 

14tes Jahrhundert - Es wird angenommen, dass die Grundmühle damals Rollinger Mühle genannt in diesem Jahrhundert gebaut wurde.

 

24.02.1442 - Friedrich von Outscheid erklärt u.a. folgende Güter vom Herzog von Bar zu Lehen zu tragen, welche zur Propstei Longwy gehörten:

 

En la ville de Roldengesung waingnaige avec ung estang le moulin du dit lieu et le part et portion que jaix et dois avoir en disme dicelle ville et es appartenances des choses dessus dictes.

 

Das Dokument nennt auch zum ersten Mal die Athemer und die Rollinger Mühle. Zweck der Rollinger Mühle ist uns heutzutage noch immer unbekannt. Es ist jedoch anzunehmen, dass sie entweder eine Oel- oder Follmühle war, da die Rollinger jahrhundertelang die ënnescht Gaass (rue de la Providence) hinunter auf den Lonkecher Wee (rue des Prés) und von dort über den aale Wee (rue du Moulin) zur Athemer Mühle fuhren um ihr Korn mahlen zu lassen.

In den 1960ziger Jahren musste die Athemer Mühle wegen der Vergrösserung der Schmelz abgerissen werden.

 

Friedrich von Outscheid besass demnach in Rollingen einen Hof, einen Weiher, eine Mühle und Teile des Kirchenzehnten. Er stammte aus der Familie der Ritter von Outscheid s.ö. von Neuerburg (bei Bitburg). Er war der Sohn Ludwigs, Herrn von Kewenig und Nödelingen (Noedelange-Commune Aubange), welcher vor dem 24. Juni 1437 gestorben war. Bei der Teilung mit seinem Bruder Nikolaus hatte Friedrich u.a. Nödelingen, Rollingen und Athus erhalten.


 

 

Wappen der Familie von Outscheid.

 

Details zur Rollinger Mühle später Grundmühle genannt.


08.02.1464 - Gérard von Haraucourt, Seneschall des Herzogtums Bar erklärt, dass Friedrich von Outscheid seiner Tochter Katharina und deren Ehemann Damian von Gondersdorf die Barer Lehen abgetreten hätte, und dass Damian diese im Namen seiner Frau empfangen hätte. Katharina war die Erbtochter von Friedrich von Outschild und dessen Frau Isabella von Studernheim.

 

Kurz: Der Ritter von Gondersdorf war nun Eigentümer vom rollinger Hof, dem Weiher, und der Mühle sowie Teilen des Kirchenzehnten.

 

21.03.1570 - Erste schriftliche Erwähnung der Rollinger Kapelle im Visitationsbericht der Erzdiözese Trier. Allerdings erfahren wir nur wenig über das Gotteshaus: es war der heiligen Magdalena geweiht, hatte einen Altar und einen Kelch. Der Pfarrer von Aubange hielt jeden zweiten Sonntag eine Messe (abwechselnd mit Athus).

 

1599 – nennt man unser Dorf : La magdelaine

 

12.03.1599 - Der Nachkomme des Damian von Gondersdorf, Johann Franz von Gondersdorf, Herr von Nödelingen und Linster (im Herzogtum Luxemburg) erklärte in den Urkunden die Lehen in Rollingen vom Herzog von Bar zu tragen. Er war mit Anna Katharina von Orley verheiratet.

 

Die Verifikation hatte der Barer durch seine Beamten Claude Mompert, Meier von Rodingen, und Bertrand, Zentner von Rollingen, einholen lassen. Wir erfahren dabei, dass der verstorbene Vater des Claude Mompert, Johann Mompert, genannt Jean le musnier - Johann der Müller - vom Herrn von Nödelingen verschiedene Renten, die Mühle, den Fischweiher und die Viehtränke in Rollingen gepachtet hatte.

 

Kurz: Pächter der Rollinger Mühle war die Familie Mompert.

 

Da der Wasserstand der Echelsbach, damals einfach Rollinger Bach genannt, immer sehr gering war, war ein Mühlenweiher errichtet worden. Er diente zugleich als Fischweiher und war, wie die Mühle, verpachtet.

 

 

Wappen der Familie von Gondersdorf.

 

Details zur Rollinger Mühle später Grundmühle genannt.


12.12.1601 – An diesem Tag stirbt Johann Franz von Gondersdorf und Hans Dietrich von Lontzen erklärt, dass er im Namen seiner Ehefrau Juliane Elisabeth von Gondersdorf vom Herzogtum Bar in Rollingen die Lehen trage.

 

Kurz: Er war jetzt Eigentümer vom Rollinger Hof, dem Weiher, der Mühle sowie Teilen des Kirchenzehnten.

 

1601 - Die Grenze zwischend Lothringen und Luxembourg wird festgelegt.

           - Petingen gehört nun zu Luxembourg,

           - Rodingen und Rollingen zu Lothringen und Bar.

 

1612 - nennt man unser Dorf : la Magdelaine.

 

19.06.1612 - Hans Dietrich von Lontzen erklärt im Namen seiner Ehefrau Juliane Elisabeth von Gondersdorf, Erbin der Familie Gondersdorf, vom Herzogtum Bar in Rollingen die Lehen zu trage.

 

 

Kurz: Er war jetzt Eigentümer vom Rollinger Hof, dem Weiher, der Mühle sowie Teilen des Kirchenzehnten. 

 

Wappen der Familie von Lontzen gen. Roben.

 

Details zur Rollinger Mühle später Grundmühle genannt.


Von 1618 bis 1648 findet der „Dreissigjährige Krieg“ zwischen Katholiken und Protestanten.

 

1624 - Anfertigung des Kelches der heute noch als Ziborium dient.

 

1626 - Diese Jahreszahl steht über der Tür der Rollinger.

 

07.07.1628 - Hans Dietrich von Lontzen gab wiederum eine Lehnserklärung ab. Herzog Heinrich II. von Lothringen und Bar war nämlich 1624 gestorben. Ihm folgte nach einigen Wirren sein Neffe und Schwiegersohn Karl IV. auf dem Thron. Beim Wechsel des Oberlehnsherrn musste eine neue Lehnserklärung abgegeben werden.

 

Kurz: Er war jetzt Eigentümer vom Rollinger Hof, dem Weiher, der Mühle sowie Teilen des Kirchenzehnten.

Pächter der Grundmühle war der Rodinger Meier (Pächter) Claude Mompert.

 

02.01.1629 - Der neue Visitationsbericht berichtet nicht viel Neues. In der Rollinger Kapelle las der Pfarrer jeden 2. Sonntag eine Messe. An den anderen Sonntagen gingen die Rollinger nach Athus, an den Festtagen in die Pfarrkirche von Aubange zum Gottesdienst.

 

1635 - Die Rollinger Kapelle und die Rollinger Mühle werden von Polacken und Kroaten zerstört. Die Einwohner hatten sich in die Wälder zurückgezogen, um den umherstreunenden Soldaten zu entgehen. Der Weiher der Mühle verschlammte alsdann. Es herrschte ja noch immer der 30jährige Krieg.s

 

1636 - die Pest trat auf. Sie dauerte von Anfang bis Ende des Jahres und tötete die 2/3 der Bevölkerung.

 

1643 - Weil Rollinger Mühle sowie Rollingen noch immer unbewohnt war, hat die Äbtissin von Differdingen den Mühlstein der Mühle wegschleppen lassen ohne irgendeinen um Erlaubnis zu fragen

 

12.07.1646 - Die Festung Longwy kapitulierte und Rollingen wurde Frankreich anektiert.

 

Laut Barer Verzeichnis waren u.a. die Dörfer Rodingen, Athus, Saulnes, LonglaviIle, Hussigny, Godbrange zu diesem Zeitpunkt noch immer unbewohnt.

 

1647 - Nach der Einnahme Longwys durch die Franzosen begannen sich die Dörfer wieder langsam zu bevölkern.

 

1657 - Dieser Visitationsbericht hielt fest, dass die Rollinger Kapelle wieder aufgebaut war. Der alte, entweihte Altar war noch nicht konsekriert. Dazu fehlte es überall an den nötigen Kirchenornamenten. Der Visitator befahl dem Pfarrer von Aubange, in Rollingen die Messe nur auf einem tragbaren Altar zu lesen. Um die nötigen Kirchenornamente zu beschaffen, sollten die Rollinger mit Wissen des Pfarrers einige Ländereien der Kapelle verpfänden.

 

1659 - Zwischen Frankreich und Spanien wurde der Pyrenäische Frieden geschlossen. Das Herzogtum Luxemburg verlor Diedenhofen,Montmédy, Marville, Yvoix und Damvillers. Herzog Karl IV. wurde wieder in Lothringen und Bar eingesetzt. Die Propstei Longwy mit Rollingen kam an seinen alten Herrscher zurück.

 

20.11.1663 - Christoph von Reiffenberg schreibt einen uns noch erhaltenen Brief, welcher er von Schloss Nödelingen aus an die Verwaltung des Herzogs von Lothringen und Bar richtete. Darin schreibt er, dass er in Rollingen eine Mühle besässe.

 

1661 - die Erben des Hans Dietrich von Lontzen (+1642) teilten dessen Güter: seine Tochter Salome und ihr Mann Christoph von Reiffenberg erhielten Nödelingen mit dem dazu gehörigen Rollingen.

 

Wappen der Familie von Reiffenberg

 

Details zur Rollinger Mühle später Grundmühle genannt.


30.06.1665 - Christoph von Reiffenberg gibt eine Lehnserklärung an den Herzog von Lothringen und Bar ab. Er besass in Rollingen als Barer Lehen der Propstei Longwy. Aus dieser Urkunde geht auch klar hervor, dass die Rollinger Mühle noch immer in Trümmern lag und der Mühlstein noch immer fehlte.

 

1668 -  nennt man unser Dorf : la madelaine.

 

25.02.1668 - Die Rollinger liessen eine schriftliche Aufzählung der Ländereien und Renten anfertigen, welche ihrer Kapelle gehörten. Nach all den Wirren war dies eine absolute Notwendigkeit geworden. Das Manuskript liegt im Pfarrarchiv. Es ist eine wertvolle Quelle für die Familien- und Flurnamen. Das Dokument ist unterschrieben von Clement Colignon, damaliger Pfarrer von Aubange, und Notar Jean Aubert. Die Rollinger Zeugen waren Peter Neu, Bernard Thill, Georges Warcollier, Linaire Carrier, François und Jean Pelletier, Friedrich Schmitt sowie Dominique Berchem. Da sie nicht schreiben konnten, malten sie ein Kreuz hin.

 

1670 - Wieder brach Krieg zwischen dem König von Frankreich und dem Herzog von Lothringen und Bar aus. Franz. Truppen eroberten das Land.

 

14.10.1670 - Die Festung Longwy ergab sich.

 

1679 - Im Frieden von Nimwegen erhielt Frankreich die Herzogtümer Lothringen und Bar zugesprochen. Rollingen war wieder französisch geworden.

 

07.11.1681 - Philipp Ernst und sein Bruder Christoph, die Söhne Christophs von Reiffenberg und der Salome von Lontzen, zogen die Konsequenzen daraus und erklärten u. a. Rollingen als Lehen des franz. Königs zu nehmen.

 

04.06.1684 - die Festung Luxemburg kapitulierte vor den franz. Invasionstruppen. Das Herzogtum Luxemburg war nun ganz in der Hand Ludwigs XIV.

 

01.12.1684 - Christoph von Reiffenberg verkauft seinem Bruder Philipp Ernst seinen Anteil an Athus und Rollingen für 1100 Patagonen.

 

1689 - es bildete sich eine Allianz deutscher Fürsten mit dem Schwedenkönig gegen Frankreich.

 

01.04.1690 - Philipp Ernst von Reiffenberg überlässt dem Pächter der Niederkerschener Mühle, Nicolas Aspelt und dessen Ehefrau Jeanne Rodange die Rollinger Mühle. Der neue Pächter war verpflichtet auf seine Kosten die Mühle sowie den Mühlenteich wieder in Stand zu setzen. Die Reiffenbergs wollten im Weiher eine Fischzucht anlegen. Diese Urkunde deutet daraufhin, dass die Rollinger Mühle 1690 noch in Trümmern lag und erst dann wieder aufgebaut wurde.

 

1697 - Im Friedensvertrag von Rijswijk mussten die Franzosen zum ersten Mal Gebietsverluste hinnehmen. Luxemburg kam an Spanien zurück. Lothringen und Bar wurden dem Herzog Leopold, Sohn des Herzogs Karl V., wiedergegeben. Die Propstei Longwy, und damit Rollingen, verblieb jedoch den Franzosen. Dafür sollte Leopold mit Gebieten gleichen Wertes aus den franz. Territorien der drei Bistümer Metz, Toul und Verdun entschädigt werden.