Dies ist ein Versuch die weltliche und kirchliche Geschichte von Rollingen chronologisch zusammenzufügen.


Anfang des Jahrhunderts - die Familie Frank baut die Oelmühle im Grund zur Mehlmühle um.

 

17.02.1800 - Laut Gesetz von diesem Tag trägt jetzt der Bürgermeister die Bezeichnung maire. Sein Stellvertreter heisst weiterhin adjoint.

 

Von 1800 bis 1801 ist Pierre Berquin aus Rodingen  Bürgermeister

 

23.01.1800 - In Niederkerschen wurde u.a. auch das Mobiliar der Rollinger Kapelle versteigert (welches höchstzwahrscheinlich von den Revolutionären aus der Kapelle gestohlen wurde). Altäre und Kirchenbänke kamen für 5 Franken an Nicolas SCHUWEILER, welcher sie nachher der Kirche wiederschenkte.

 

Vom 09.04.1799 bis 11.10.1800: Nicolas Bosseler - Landwirt. 1ter gemeinsame, aus Rollingen stammende gewählter provisorischer Bürgermeister der Gemeinde Petingen. Vom Oktober/November 1800 bis 18.04.1804 war er im Gemeinderat. Bis 10.05.1806 war er Adjoint (beigeordneter Bürgermeister) und dann nochmals Bürgermeister vom 11.05.1806 - 25.09.1810 (siehe unten)

 

Von Oktober bis November 1800 konstituierte sich der erste Gemeinderat. Von den 10 Räten kamen deren 4 aus Rollingen.

 

Von Oktober/November 1800 bis 22.10.1812 ist der Landwirt Jean Conrardy aus Rollingen im Gemeinderat vertreten. Er starb in Ausübung seines Amtes.

 

Von Oktober/November 1800 bis 08.11.1810 ist der Landwirt François Thill (der I.) im Gemeinderat vertreten.

 

Von Oktober/November 1800 - 17.06.1819: ist der Eigentümer Dominique Ney aus Rollingen im Gemeinderat vertreten. Er war wohl Bauer und hatte seinen Betrieb an die nächste Generation weiterghegeben. Er demissionierte aus Altersgründen da er sich ausserstande sah sich zum Sitz der Gemeinde zu begeben.

 

04.08.1802 - Laut Gesetz sollen der Bürgermeister und sein Stellvertreter alle 5 Jahre erneuert werden, die Gemeinderäte alle 10 Jahre.

 

18.07.1802 - Der Kirchenmomper Nicolas Thill zahlte für Reparaturen am Kirchendach 530 Livres und 6,5 Sols.

 

Von 1801 bis 1806 ist Nicolas Gloutin aus Rodingen Bürgermeister.

 

1804 - Rollingen zählt 150 Einwohner in 30 Häusern.

 

Von 1804 bis 03.08.1806 ist Jacques Molitor Kaplan.

 

Vom 01.10.1806 bis 04.08.1814 ist Grinnewald Michel aus Hesperingen zuerst Vikar dann Pfarrer.

 

Vom 09.05.1805 bis 04.04.1813 ist der Landwirt André Lichtfouss im Gemeinderat. Er ersetzte Nicolas Bosseler, welcher am 19.04.1804 zum Adjoint ernannt worden war. Er starb auch in Ausübung seines Amtes.

 

1805 - Bau eines 300 Kubikmeter fassenden Wasserbehälters. Dieser liegt heute noch am Nordhang des Titelberges etwas oberhalb der "Train 1900" Schienen, auf dem schmalen Weg rauf zur Muttergottesknippchen.

 

26.02.1805 - Die Kirchensinner Dominique Ney, Nicolas Thill, Jean Conrardy und der neue Kirchenmomper Franz Thill hatten unter Leitung des Kaplans Jacques Molitor die Kirchenrechnun­gen wieder aufgenommen. Unter den Ausgaben waren u.a. 62 Livres 4 Sous für Reparaturen, 1 Livre 5 Sous für ein Glockenseil, 35 Livres 10 Sous für einen Taufstein und 288 Livres für einen Kelch, der früher dem Abt von Münster Petrus Roberti (1602-1636) gehört hatte. Der Kelch, der heute noch als Ziborium dient, war 1624 angefertigt worden.

 

1806 - Der von Napoleon am 24.10.1794 eingeführte republikanische Kalender wird von ihm wieder abgeschafft. Der Kalender wurde auf den 22. September 1792, dem Tag nach der Ausrufung der 1. Republik, rückdatiert.

 

Das Jahr wurde in 12 Monate zu 30 Tagen eingeteilt. Jeder Monat begriff 3 Dekaden zu je 10 Tagen. Am Ende des Jahres wurden 5 oder in den Schaltjahren 6 Komplementartage hinzugefügt.

 

Die Monate waren neu benannt worden:

vendémiaire     September-Oktober

brumaire           Oktober-November

frimaire             November-Dezember

nivôse                Dezember-Januar

pluviôse             Januar-Februar

ventôse             Februar-März

germinal            März-April

floréal                April-Mai

prairial               Mai-Juni

messidor            Juni-Juli

thermidor          Juli- August

fructidor            August-September

 

Vom 08.11.1810 bis 20.11.1811 ist François Thill beigeordneter Bürgermeister.

 

18.05.1806 - Auf diesen Tag ist die älteste Eintragung im «Régistre aux Délibérations du Conseil Communal de la Com­mune de Pétange» datiert, die in den Gemeindearchiven erhalten ist. Der Bürgermeister von Aubange, durch den Präfekten des «Département des Forêts» zum «Commissaire spe­cial» ernannt, vereidigt an jenem Datum Herrn Nicolas Bosseler aus Rollingen als Bürgermeister der «Mairie de Pétange». (Im damaligen Sprachgebrauch hiess die Gemeinde «Mairie», die einzelnen Sektionen dagegen «Commune».) Nicolas Bosseler schwört «fidélité à Sa Majesté L’Empereur» (Napoléon).

 

Von 1806 bis 1810 ist Nicolas Bosseler aus Rollingen Bürgermeister. Seine Amtszeit endete leider mit einem Skandal. Am 30. Mai 1810 beklagte sich der Rollinger Pfarrer Michel GRINNENWALD beim Präfekten des Wälderdeparte­ments wegen des skandalösen Benehmens des Bürger­meisters: er wäre betrunken und unanständig bekleidet in die Kirche gekommen und hätte laut herumgeschrien. Der Präfekt ordnete eine Untersuchung durch den Bür­germeister von Differdingen an. Am 24. Juli 1810 stellte dieser fest, dass Bosseler ein notorischer Trinker wäre, welcher sich nicht immer an die Gesetze hielt (so hatte er ohne Grund den Gemeinderat aufgelöst). Am 11. Septem­ber konterte Bosseler mit einem Brief an den Präfekten, in dem er sich über die Gemeinderäte Franz Thill und Dominique Ney beklagte, welche äusserst negativ gegen ihn eingestellt wären. Die beiden waren übrigens Mitglie­der des Rollinger Kirchenrats! Schliesslich gab Bosseler auf und demissionierte am 25. September 1810.

 

19.08.1806 - Die Stiftung Ney (aus dem Jahre 1794, zugunsten der Rollinger Schulkinder) wird zum ersten Mal erwähnt, da Rückzahlungen °von einem Herrn Berg eingeklagl werden, was der Gemeindeschreiber in fehlerhaftem Französich festhält:

 

«Le Conseil municipal de la Mairie de Pétange, Considérant que l’instruction Public de la Commune de la Madelaine auroit été plus exactement si la Rente de la donnation du feu Sieur Ney avait été payé Chaque année. En conséquénce ledit Conseil demande que le Sieur Berg soit poursuit et condamné à payer les cinq années d’arriérage comme étant héritier de feu Jean Wilchutz et de Marie Kaufmann ses beau peres et meres.»

 

1807 - Rollingen zählt 171 Einwohner.

 

05.05.1807 - Nicolas Bouché wird zum Bannhüter (garde champêtre) für die Sektion Rollingen ernannt. Jede Sektion hatte ihren Bannhüter. Es war dies ein wichtiges Amt, das jährlich durch Gemeinderatsbeschluss bestätigt werden musste.

 

01.01.1808 - Bürgermeister Bosseler muss einen neuen Eid ablegen, der dem neuen offiziellen Titel Napoleons Rechnung trägt, Er schwört nunmehr «fidélité à sa Majesté l’Empereur et Roi d’Italie».

 

14.01.1808 - Die Entlohnungen für die «gardes des Bois» und die Ko­sten für den Holzschlag betragen für das Jahr 1809, 568,44 F. Der Bericht hält fest: «Considérant que la Mairie n’a aucun Revenu que les portions des Bois d’affouage qu’enconséquence cette contribution ne peut être payée que par les habitants qui ont droit au portions d’affouage (Holzungsrecht - d. Verf.), suivant le revenu de chaque commune le maire a fait une répartition (...) sur les trois communes qui compose la Mairie.»

 

Es haben zu zahlen: Petingen: 198,51 F.; Rodingen: 258,57 F.; Rollingen: 111,36 F.

 

Anders als heutzutage wird im 19. Jahrhundert noch für jede Sektion der Gemeinde eine getrennte Kasse ge­führt. Die Finanzsituation ist aber für die drei Sektionen der Gemeinde meist die gleiche: da es an Geldquellen fehlt, sind die Kassen gewöhnlich leer.

 

19.06.1808 - Todestag vom Athemer Müller Theodor Franck.

 

1809 – nennt man unser Dorf: la Madelaine.

 

02.05.1809 - Der Gemeinderat befasst sich mit einer Bitte der Rollinger Einwohner, die eine «succursale épiscopale» für ihre Ortschaft verlangen, da sie nicht, wie vorgesehen, nach Rodingen zum Gottesdienst gehen wollen.

 

«Les habitants de Lamadelaine observe que depuis sept ans sont séparés de la Cure d’Aubange delaquelle elle dépendait endevant. Depuis cette époque elle a eu ses Services comme succursale épiscopale, d’après la nou- velle Organisation elle a été réuni à celle de Rodange.»

 

Gegen diese Neuerung fuhren die Rollinger folgende Argumente an:

- der Bach, der die beiden Ortschaften trennt (die Maragole), ist nach ausgiebigen Regenfällen selbst für einen

  Reiter kaum zu überqueren;

- in Rodingen wird die französische Sprache gebraucht, die «ni eux, ni leurs enfants ne connaissent», denn:

  «l’idiome commune à la Madelaine est allemand et a toujours été.»;

- die Kirche in Rodingen ist viel zu klein;

- die eigene Kirche in Rollingen ist in gutem Zustand, «suffisamment grande pour sa population, un cimetière

  entouré de mur le tout bien conditionné, les ornements nécessaires pour les Services divins, y gisent en face

  de ladite Eglise le presbytére en bon état avec deux beaux jardins ceque leur desservant a eu enjouissance

  jusqu’à présent.»

- müssten die Rollinger nach Rodingen zur Kirche, so wären sie gezwungen «d’abandonner leur enfant et leur

   chaumière pendant les Services divins», und sie ris­kierten «de grandes pertes soit il par incendie ou pillage».

 

Wie man unschwer aus dieser Argumentation erkennen kann, scheint der seelische Graben zwischen den Ein­wohnern der beiden Orte viel unüberwindbarer als die Maragole.

 

Um einen eigenen Pfarrer zu bekommen, sind die Rol­linger sogar bereit, viel Geld aufzubringen: «Les habitants de la Madelaine ont fait une souscription volontaire selon les moyens d’un chacun d’une somme de cinq cent francs qui ont tous signée et marquée. Lesquelles promettent payer annuellement à leur des­servant (...) sans compromettre la rentré des Contribution de toute nature.»

 

24.10.1810 - Nach der Demission von Bürgermeister Nicolas Bosseler wird der Schöffe («adjoint de la Mairie») Jean-Baptiste Dehaye aus Rodingen zum Bürgermeister ernannt. Das freigewordene Schöffenamt fällt an François Thill aus Rollingen. Jean Baptiste Dehaye bleibt Bürgermeister bis 1811.

 

1810 - Aus den Unterlagen geht hervor, dass die Gemeinde Petingen zu diesem Zeitpunkt zum Kanton Messancy gehört.

 

Von 20.01.1811 bis 03.01.1814 ist François Thill senior aus Rollingen Bürgermeister. Er demissionierte krankheitshalber, wurde aber vom holländischen Regime später wieder eingesetzt.

 

25.11.1811 - Pierre Clement, Bürgermeister von Niederkerschen, vom Präfekten ernannter Spezialkommissar, vereidigt François Thill, «propriétaire à la Madelaine» als Bürger­meister der Gemeinde Petingen. Die Vereidigung findet im Hause des neuen Bürgermeisters statt.

 

Vom 10.12.1812 bis 22.08.1825 wird der in Rollingen eingeheiratete aus Ehleringen stammende Landwirt Pierre Blaise in Vertre­tung eines verstorbenen Kollegen Jean Conrardy im  Gemeinde­rats aufgenommen und vereidigt. Er schied bei der Gemeindereform von 1925 aus.

 

11.01.1813 - Todestag des Müllers Johann Franck. Er war unverheiratet und so übernahm sein älterer Bruder Theodor, der auch Pächter der Athemer Mühle war die Rollinger Mühle. Er war seit dem 26.04.1774 mit Katharina Tibessart verheiratet. Aus dieser Ehe gingen 11 Kinder hervor.

 

Vom 03.05.1813 bis 31.12.1827 war der in Rollingen eingeheiratete, aus Niederkorn stammende, Landwirt Pierre Lippert (der I.) im Gemeinderat. Er ersetzte den verstorbenen André Lichtfouss.

 

Vom 19.09.1814 bis 01.05.1815 ist Pfarrer Breckels Louis aus Athem (Athus) Pfarrverwalter.

 

Vom 01.05.1815 bis 01.05.1819 ist Schmit Jean Vikar dann Pfarrer.

 

Von 1814 bis 1819 ist Johannes Everling aus Petingen Bürgermeister.

 

31.01.1814 - Unter diesem Datum finden wir die letzte Eintragung mit der Unterschrift «François Thill, maire». Am 9.10. 1814 unterschreibt Johannes N. Everling als «maire provisuar».

 

Von 1815 bis 1830 - Die holländische Zeit. Die Schlussakte des Wiener Kongresses vom 31. Mai 1815 teilte König Wilhelm I. der Niederlande das Herzogtum Luxemburg zu, welches zum Grossherzogtum er­hoben wurde. Der niederländische König wurde somit für seinen verlorenen Besitz an Preussen entschädigt. Bereits am 12. Mai 1815 hatte Wilhelm I. Luxemburg offiziell in Besitz genommen. Die niederländische Verfassung vom 24. Au­gust 1815 sah Luxemburg als eine holländische Provinz an, obschon die Wiener Schlussakte unser Land als per­sönlichen Besitz des Königs bestimmt hatte.

 

Die Gemeindevertreter aus Napoleonischer Zeit blieben einstweilen im Amt. Am 12. Juni 1822 erliess Wilhelm I. ein Reglement zur Verwaltung der Landgemeinden. Die Gemeinden, deren Einwohnerzahl unter 2500 Seelen lag, sollten durch einen Gemeinderat von neun Mitgliedern geleitet werden: dem Meier, zwei Schöffen und sechs Rä­ten. Alle zwei Jahre zum 2. Januar schied ein Drittel der Mitglieder des Gemeinderats aus: die Schöffen gehörten zum 1. und 2. Drittel, der Meier zum letzten.

 

Nach einem neuen Erlass vom 23. Juli 1825 bestand der­selbe Gemeinderat nur mehr aus dem Bürgermeister, zwei Beisitzenden und vier Räten, also aus sieben Mitgliedern.

 

Während dieser Periode entstand der heutige Kataster.

 

Von 1815 bis 24.11.1818 wird François Thill wieder vom holländischen Regime als Bürger­meister eingesetzt, obschon er am 03.01.1814 demissioniert hatte. Er demissionierte 1818 endgültig, da er vor etwa vier Jahren ein Bein verloren hatte und daher praktisch unbeweglich geworden war. Sein Adjoint Jean-Nicolas Everling aus Petingen musste den grössten Teil seiner Arbeit als Bürger­meister verrichten.

 

1815 - François Thill (der II) Landwirt in Rollingen geboren nach den offiziellen Akten an zwei verschiedenen Tagen, das eine Mal am 31 Dezember 1780, das andere Mal am 1. Januar 1781, wird Adjoint (beigeordneter Bürgermeister). Vom 28.08.1819 bis 27.10.1823 wird er Gemeinderatsmitglied und vom 28.10.1823 - 21.01.1849 Schöffe.

 

22.01.1816 - In Rollingen, wie in der ganzen Gemeinde, herrscht allgemeine Armut. Als die Einwohner in einem Schrei­ben des «sous-intendant royal» aufgefordert werden, ihre Schulden zu bezahlen, stellt der Gemeinderat fest, die meisten hätten bloss «leur bestiaux pour pourvoir à leur subsistance», und sie könnten deshalb eine solche Summe nicht aufbringen, ansonsten: «(ils) auraient peine d’y subvenir, qu’en vendant des effets qui pour- raient leur être nécessaires.»

 

Vom 04.12.1817 bis 07.06.1819 klagen zwei Rollinger Bürger die Zahlung von Rech­nungen ein für Lieferungen an die Truppen, die im Jahre 1814 gegen Napoléon gekämpft haben.

Christophe Müller hat unter anderen geliefert:

360 Liter Branntwein: 355 F.

100 Liter Rotwein; Jahrgang 1811: 129 F.

eine Kuh von ungefähr 190 Kg: 84 F.

ein Kalb von ungefähr 30 Kg: 23 F.

 

Auch «Nicola Bosler(sic), cultivateur demeurant à La­madelaine» (der frühere Bürgermeister), verlangt 277,5 F. für einen Ochsen von ungefähr 300 Kg.

 

Es wäre an der Gemeinde, die Rechnungen für die Ver­pflegung der Truppen zu bezahlen, aber die ist zahlungs- unfähig. Es wird deshalb beschlossen: «(qu’) il soit fait un rôle de répartition de la somme qui en fait l’objet, sur tous les contribuables portés aux rôles des contributions directes de l’an 1817».

 

Am 07.06.1819 sind diese Rechnungen allerdings immer noch nicht bezahlt: «La Commune ne possède aucun moien pour pourvoir à l’acquittement des dettes provenant des prestations militaires.» Es wird schliesslich be­schlossen, einen Teil aus der Gemeindekasse zu zahlen, während der Rest auf alle Bürger der Gemeinde, nach den Möglichkeiten eines jeden Einzelnen, aufgeteilt werden soll.

 

08.10.1818 - Wie arm die Gemeinde tatsächlich ist, geht aus einer Eintragung unter diesem Datum hervor: Am 06.03.1815 war Jacques Blaise aus Differdingen als Gemeindesekretär eingestellt, mit einem vereinbarten Jahresgehalt von 125 Franken. Bis dahin hatte der bedauernwerte noch keinen Franken bekommen, «faute qu’il n’y avait pas du fond disponible jusqu’à ce jour.»

 

Vom 01.06.1819 bis 01.02.1824 ist Mercenier Nicolas aus Crendal Bischhoflicher Pfarrer.

 

Von 1819 bis 1829 ist Dominique Nothomb aus Petingen Bürgermeister.

 

26.03.1819 - Todestag von Katharina Tibessard Frau vom Athemer Müller Theodor Franck. Ihr Sohn Anton übernahm die Athemer Mühle während ihr anderer Sohn Johann Peter, nach dem Tod seines Onkels Johann die Rollinger Mühle übernahm.

 

26.10.1819 - Der Gemeinderat muss sich äussern zum Gesuch einer Hebamme aus Niederkerschen, die wegziehen will. In dem Zusammenhang wird erwähnt, dass eine Hebam­me in der Gemeinde Petingen tätig ist: «une sage femme nommée Anne Barbe Bosseler demeurant à Lamadelaine nommée par le jury de médecine du département des forêts en date du 8 fructidor*** an 13 (...) et que les habitants de la Mairie de Pétange n’ont leur confiance qu'à ladite Anne Barbe Bosseler».

 

*Der Fructidor (deutsch auch Fruchtmonat) ist der zwölfte Monat des republikanischen Kalenders der Französischen Revolution. Er folgt auf den Thermidor, ihm folgen die Sansculottiden. Der Name ist von lateinisch fructus ,Frucht‘ (daher französisch fructueux ,fruchttragend‘) und dem griechischen δῶρον (dõron) ,Geschenk‘ abgeleitet. Der Fructidor ist der dritte Monat des Sommerquartals (mois d’été). Er beginnt etwa am 18. August und endet etwa am 16. September.

 

01.11.1819 - Zum «Entrepreneur de l’Exploitation de la Coupe de l’an 1820» der Sektion Rollingen wird Nicolas Bouché, Tage­löhner, ernannt. Für die Holzschlagarbeiten erhält er 30.80 Gulden.

 

24.02.1820 - In einem Gesuch an den Gemeinderat wiederholen die Rollinger ihr Argument aus dem Jahre 1809 gegen eine Angliederung an die Pfarrei Rodingen und erneuern ihre Bitte um eine «annexe», wie es diesmal heisst. Sie haben die Unterstützung des Gemeinderates: «Le Con­seil Communal estime qu’il y a lieu d’établir l’annexe de ladite Commune de Lamadelaine.»

 

19.03.1820 - Die Rollinger Einwohner haben inzwischen einen nota­riellen Akt unterzeichnet, in dem sie sich verpflichten, dem Pfarrer ein Jahresgehalt von 237,25 Gulden (500 F.) zu zahlen (zahlbar in vier Teilen zu Beginn eines jeden Trimesters), sowie Kirche, Pfarrhaus und Gärten instandzuhalten.

 

Es wird daraufhin beschlossen: «Le Conseil estime qu’il y a lieu d’autoriser les habitants de Lamadelaine de se servir de leur Eglise, Cimetière presbytère et Jardins, ainsi que des vases sacrés Ornements et autre mobilier qui existent dans leur Commune le tout avec la Charge de les entretenir et réparé.»

 

29.11.1820 - Der Gemeinde werden 31 Liter Branntwein zum Kauf angeboten, die in Messaney beschlagnahmt wurden. Obwohl der Schnaps zum halben Preis verkauft werden soll, wird das Angebot abgelehnt: einerseits ist die Ge­meindekasse «dans un état à ne pas pouvoir supporter des frais de cette nature», andererseits stellt der Gemein­derat fest, Branntwein sei ein «liquide dont l’usage désordonné peut conduire à des excès ou faire nâtre des goûts absolument incompatibles avec leurs ressources.»

 

09.09.1821 - Um den häufigen Bränden in der Gemeinde Einhalt zu begieten, erlässt der Gemeinderat ein strenges Brand­schutzgesetz, in dem u.a. verboten wird:

 

- « de porter du feu en quelque saison que ce soit, dans l’enceinte de cette mairie, même dans l’intérieur de  leur maison que dans des  vases bien fermés et parfaitement couverts.»;

- « de se servir de lumière autre que lanternes bien fermées, dont le lampion doit être renfermé, de tout part  soit dans les Ecuries, Greniers à foin, Granges, Bergeries enfin dans tous les lieux renfermant des objets combustibles et de faire usage des pipes dans les parties des Batiments cidessus énoncés, et même de faire  usage de pipes sans couvercles, dans quelques endroits qu’il puisse être.»

 

31.01.1822 - Heirat vom Müller Johann Peter Franck mit Margarete Wirtz. Sie bekamen 4 Kinder.

 

04.06.1822 - entsteht ein Expertenbericht über die Mühlen der Gemeinde Petingen.

 

06.07.1822 - Das Schulwesen wird in unserer Gemeinde organisiert. Das Deliberationsregister hält Einzelheiten über die Schulorga-nisation fest:

 

«Le Conseil Municipal est d’avis:

1° que dans chaque section de la Mairie soit établie une école primaire;

2° (...) pour la section de Lamadelaine est nommé le Vicaire Nicolas Merceny (sic)».

 

Nicolas Mercenier, «natif de Crerendal» ist 40 Jahre alt. Er hat sich verpflichtet, die Schüler der Ortschaft Rollingen gratis zu unterrichten, und zwar aufgrund der Stiftung Ney (Schüler der beiden anderen Sektionen d.h. Rodingen und Petingen bezahlen Schulgeld: 40 Centimes, falls sie nur lesen ler­nen, 50 Centimes, falls sie auch schreiben lernen.

 

Jede Schule erhält aus den Gemeindewäldern andert­halb Korden Holz zu Heizzwecken. Der Stundenplan der «école d’été: «tous les matins de cinq heures jusqu’à sept heures du soir»!

 

21.04.1823 - Der Gemeinderat berät über die Einführung eines Feu­erlöschdienstes für die Gemeinde und kommt zu der Schlussfolgerung:

 

«Considérant que ce serait une Charge trop aggravante pour la Commune et que même ses moyens ne lui per- mettent pas de se procurer des pompes à feu et autres instruments nécessaires pour le Service des incendies; que cette commune est trop éparse(...)» kommt ein Feuerlöschdienst vorerst nicht in Frage.

 

20.08.1823 - Die Bannhüter Nicolas Loutsch (Petingen), Nicolas Bouché (Rollingen) sowie die Erben Alzin (Rodingen) reichen eine Petition ein: die für 1814 (!) geschuldeten Gehälter sind noch nicht ausbezahlt.

 

Der Gemeinderat beschliesst: «qu’au moyen d’une partition à faire à Charge des habitants de leurs respec-tives sections, ils se voient satisfaits du chef de leurs dits traîtements de garde-champêtre mérités depuis si long temps.»

 

02.10.1823 - Die von der Ständeversammlung am 30.8.1823 bestimmten Mitglieder des Gemeinderats erscheinen vor Bürgermeister («mayeur») Nothomb. Es nehmen ihr Amt an: Jean-Nicolas Everling aus Petingen, Pierre Blaise, Pierre Lippert und François Thill aus Rollingen, Maurice Fournelle aus Rodingen. Alle fünf sind übrigens Landwirte.

 

Francois Schouweiler und Francois Arend aus Petingen sowie Jean Joseph Lafontaine aus Rodingen nehmen ihr Amt nicht an.

 

Der «Députation des Etats» werden 4 Vorschläge für die Ämter der beiden Schöffen unterbreitet, darunter François Thill (42 Jahre alt) sowie Pierre Blaise (40 Jahre alt), François Thill wird schliesslich zweiter Schöffe.

 

Aus den Unterlagen geht hervor, dass man nur als Schöffe in Frage kommt, wenn man mindestens 10 Gulden Grundsteuer pro Jahr entrichtet.

 

Vom 07/16.11.1823 bis 22.08.1825 werden drei neue Mitglieder des Gemeinderats ernannt (in Vertretung derer, die ihr Amt nicht angenommen haben), darunter Jean Müller, Landwirt aus Rollingen. Er schied jedoch bei der zweiten Gemeindereform von 1825 aus.

 

07.12.1823 - Nicolas Bosseler, 30 Jahre alt, Landwirt aus Rollingen, wird zum Mitglied des Wohltätigkeitsamtes (Bureau de Bienfaisance) der Gemeinde ernannt.


Dorfkern
Dorfkern

1824 - ist Mathieu Jean aus Messancy kurz Pfarrverwalter.

 

Vom 20.05.1824 bis 30.06.1827 ist Bourg Dominique aus Escheid Vikar und Pfarrverwalter.

 

01.03.1824 - Zum Lehrer in Petingen wird Pierre Turmes aus Consthum ernannt, «lequel surnommé a ecercé en cette qualité à la Madelaine, section de cette commune de Pétange.»

 

Von 19.04.1824 bis 17.05.1824 - finden die Wahlen zum «Ordre des Campagnes» statt. Um wählen zu dürfen, muss man mindestens 10 Gulden Steuern zahlen, um wählbar zu sein, 50 Gulden. In der Gemeinde gibt es ganze 24 Wähler.

 

28.09.1824 - Laut Schulorganisation für das kommende Schuljahr zahlen die zahlungsfähigen Eltern der drei Sektionen 19 respektiv 24 Cents per Monat, je nachdem, ob ihre Kinder bloss lesen oder auch schreiben lernen. Die Lehrer sind aber auch verpflichtet, die Kinder mittelloser Eltern zu unterrichten. Dafür erhält der Lehrer von Petingen jährlich 50 Gulden aus der Gemeindekasse, der von Rodingen 61,5 Gulden. Der Rollinger bekommt nichts, «attendu que dans la section de la Madelaine il existe une fondation moyennant laquelle l’instituteur de cette sec­tion doit instruire les élèves.»

 

25.11.1825 - Die «Deputation des Etats du Grand-Duché de Luxembourg» hat einen neuen Gemeinderat eingesetzt, der neben Bürgermeister Nothomb nur noch 6 Mitglieder hat.

Hier die Liste:

1° Jean Nicolas Everling, cultivateur à Pétange

2° Francois Thill, cultivateur à la Madelaine

3° Pierre Lippert, cultivateur à la Madelaine

4° Hubert Waxweiler, meunier à Pétange

5° Maurice Fournelle, cultivateur à Rodange

6° Dominique Thill, cultivateur à Pétange

 

17.02.1826 - Vikar Dominique Bourg, «lequel nous a présenté un certificat d’admission provisoire en date du 17 décembre 1825», wird zum Lehrer in Rollingen ernannt.

 

12.03.1826 - Die Gemeinde zählt 850 Einwohner, verteilt auf die drei Sektionen. Aufgrund dieser Zahl werden die Gehälter des Bürger­meisters, der Schöffen, des Sekretärs und des Einneh­mers festgelegt. Bürgermeister Nothomb hat Anrecht auf 50 Gulden jährlich als Bürgermeister, dazu kommt 1/3 des Gehaltes des Sekretärs (70 Gulden), da er dieses Amt gleichzeitig ausübt. Der erste Schöffe (premier assesseur) erhält 12,5 Gulden, der zweite Schöffe nichts. Aus den Bestimmungen geht hervor, dass der Bürger­meister nicht unbedingt auf dem Gebiet der Gemeinde wohnen muss!

 

06.10.1826 - Die Schulorganisation für 1826/27 hält u.a. fest: «Attendu que dans la section de la Madelaine il existe une fondation moyennant laquelle Mr le Desservant de cette succursale doit instruire les élèves gratuitement, il ne lui est rien accordé,»

«Les écoles seront ouvertes le premier novembre prochain & seront closes à pareil jour de mars suivant.»

«II pourra néanmoins y avoir une école d’Eté à laquelle fin la salle d’école sera toujours ouverte à l’instituteur qui devra prendre des arrangements avec les parents des élèves au sujet de la rétribution lui revenant de ce chef.»

 

24.11.1826 - Vikar Dominique Bourg hat keine Lust, die Rollinger Kinder zu unterrichten und hat deshalb auf eigene Ko­sten einen Stellvertreter engagiert: Nicolas Weber, 36 Jahre alt, gebürtig aus Goesdorf. Nicolas Weber, der seit kurzem in Rollingen ansässig ist, hat im vergangenen Schuljahr die Lehrerbildungskurse besucht und besitzt eine Lehrbefähigung, ausgestellt vom «Jury d’instruction».

 

Der Gemeinderat ist mit dieser Lösung einverstanden, vorausgesetzt, dass die Eltern der Schüler keine Einwän­de haben.

 

Vom 30.09.1827 bis 31.03.1835 ist Weiler Antoine aus Schlindermanderscheid Bischhoflicher Pfarrer.

 

07.05.1827 - Mittlerweile dürfen 58 Bürger der Gemeinde an den Wahlen für den «Ordre des Campagnes» teilnehmen. Etwas scheint die Wähler aber zu stören, denn im Gegen­satz zu den vorigen Jahren gibt es 26 weisse Stimmzettel (pas remplis ni signés). Dominique Nothomb erhält in der Gemeinde 31 Stimmen, Nicolas Bosseler, Eigen­tümer aus Rollingen, eine einzige!

 

28.11.1827 - François Thill, dessen Amtszeit am 02.01.1828 abläuft, wird in der «Deputation des Etats» in seiner Funktion als Schöffe bestätigt.

 

04.10.1828 - Im kommenden Schuljahr wird es in Rollingen voraus­sichtlich 32 Schüler geben. Der Lehrer erhält ein Jahres­gehalt von 150 Gulden, davon 59,53 Gulden aus der Stiftung sowie aus der Gemeindekasse (für die Unter­richtung von 3 mittellosen Schülern), den Rest zahlen die Eltern. Diese sind in 4 Klassen (je nach Einkommen und Kinderzahl) aufgeteilt und bezahlen zwischen 3,10 und 2 Gulden (in Petingen 3,85 - 2 Gulden, in Rodingen 5 - 2 Gulden). Eltern der Klasse 4 (die ärmsten) zahlen also in jeder Ortschaft den gleichen Betrag. Die Winterschule findet statt vom 1. Montag im Oktober bis zum 31. März, an allen Wochentagen von 8-11 und von 1-4 Uhr, die Sommerschule vom 1. April bis zum 1. Montag im September von 10-12 und von 1-3 Uhr.

 

 

 

06.05.1829 - An den diesjährigen Wahlen zum «Ordre des Cam­pagnes» haben nur 15 Bürger der Gemeinde teilgenom­men, 22 Stimmzettel „fehlen“. Nicolas Bosseler aus Rol­lingen hat diesmal gut abgeschnitten, erhält er doch 12 Stimmen, drei mehr als Bürgermeister Nothomb.


Es gelang den Rollingern einen weiteren mächtigen Verbündeten zu gewin­nen, nämlich Baron Victor de Tornaco von Schloss Sassenheim. Er war Abgeordneter des Kantons Esch. 1857 wurde gewählt, und der Baron war wieder Kandidat. Am 25. Februar 1857 schrieb er dem Apost. Provikar Adames : Les habitants de Lamadelaine, section de la Commune de Pétange, sont privés de curé depuis Iongues années; Ils s’en plaignent amèrement; IIs se sont adressés à différents reprises au Gouvernement, mais leurs sollicitations jusqu’à présent sont restées sans résultat. Am 7. März antwortete ihm der Provikar, dass er den Rollingern gerne einen Geistlichen senden würde, wenn er einen zur Verfügung hätte. Er könnte nur Seelsorger dorthin schicken, wo am meisten Not am Manne wäre. Und er fuhr fort: A Rodange, dont Lamadelaine n’est éloigné que de 1420 mètres, il y a un jeune curé, robuste et zélé, qui administre la paroisse de Lamadelaine et y fait les Services paroissiens comme s’il y avait un curé.Deux prêtres dans ces deux paroisses aussi rapprochées, et qui ne comptent ensemble que 650 habitants, ne sont donc pas aussi nécessaires que dans bien d’autres endroits, qui manquent encore de prêtres. Cependant dès qu’il me sera possible je m’empresserai d’accéder au désir des habitants de Lamadelaine.

 

Immerhin Männer wie der Staatsminister und der Baron konnte man nicht so leicht abweisen. Interessant ist die Tatsache, dass Tornaco zuerst eine Antwort auf seinen Brief erhielt. Die an den Staatsminister erfolgte erst viel später.

 

Doch die Wirkung liess nicht lange auf sich warten. Am 27. April 1857 ernannte der Apost. Provikar den Jean-Baptiste Reichling zum Pfarrer von Rollingen. Am folgenden 28. Mai antwortete er offiziell auf den Brief des Regierungspräsidenten. Rollingen wäre bereits längst eine bischöfliche Pfarrei. Wenn sie lange keinen Geistlichen gehabt hätte, so wäre das auf den Priestermangel zurückzuführen. Nun hätte sich aber eine gute Gelegenheit ergeben in der Person des J.B. Reichling, aus Tontelange (belg. Lux.) gebür­tig. Dieser hätte den Wunsch geäussert, dem lux. Klerus beizutreten. Er hätte dieser Bitte statt gegeben und Reichling zum Pfarrer von Rollingen ernannt. Er bäte daher, dem neuen Seelsorger das Gehalt vom 30. April an zu zahlen.

 

 

Demnach hatte Rollingen nach 13jähriger Vakanz wieder einen eigenen Pfarrer. Die Petinger Gemeindeverwaltung liess sich nicht lumpen : das Pfarrhaus wurde restauriert. Am 12. August 1857 wurde abgerechnet; 3246,50 Franken mussten bezahlt werden.



Von 1830 bis 1839 - Die belgische Zeit.

In der Nacht vom 25. auf den 26. August 1830 brach in Brüssel die belgische Revolution aus, welche sich rasch in Luxemburg ausbreitete. Ende Oktober war das ganze Grossherzogtum zu den Aufrührern übergelaufen mit Aus­nahme der Stadt Luxemburg, wo eine preussische Garni­son lag. Wilhelm I. reagierte, in dem er Luxemburg seit dem 1. Januar 1831 als selbstständigen Staat erklären liess. In der belgischen Verfassung vom 7. Februar 1831 wurde Luxemburg als Provinz des neuen Königreichs Belgien annektiert, was Wilhelm I. nicht anerkannte. Nach dem belgischen Gemeindegesetz vom 30. März 1836 bestand der Petinger Gemeinderat aus einem Bür­germeister, zwei Schöffen und vier Räten. Jede Sektion (Petingen, Rodingen, Rollingen) der Gemeinde war mit ihren eigenen Mitgliedern im Gemeinderat vertreten. Das Mandat der Mitglieder dauerte sechs Jahre. Nach drei Jahren trat die erste Hälfte der Räte, darunter die beiden Schöffen, aus, die zweite Hälfte begriff den Bür­germeister und folgte nach weiteren drei Jahren. Jeder Wähler musste mindestens 15 Franken Steuern zahlen (Wahlzensus). Die damaligen Gemeindemitglieder blie­ben im Amt, bis das neue Gesetz in Kraft trat.

 

Von 1830 bis 1832 ist Jean-Pierre Nothomb Bürgermeister.

 

Vom 02.01.1831 bis 02.01.1844 ist der Landwirt Pierre Blaise im Gemeinderat. Bei der Umwälzung der politischen Verhältnisse trat er wieder als Gemeinderalsmitglied in Erscheinung. Bei den Wahlen von 1836 erhielt er die meisten Stimmen. Da jedoch laut Gesetz von 1843 Rollingen nur mehr einen Vertreter zugestanden bekam, musste sich Blaise dem altgedienten Schöffen François Thill (II.) in den Wahlen geschlagen geben.

 

14.01.1831 - André Schmit, Hufschmied, wird Bannhüter in Rollin­gen. Er erhält eine Entschädigung von 35 Gulden jähr­lich.

 

12.06.1832 - Das Schulgeld für die Rollinger Schüler wird für das kommende Schuljahr wieder abgeschafft der Lehrer er­hält bloss die 59,53 Gulden Zinsen aus der Stiftung Ney, zusätzlich 10 Gulden, die aus der Gemeindekasse pro Sektion für die Unterrichtung mittelloser Schüler ge­zahlt werden.

 

Von 1833 bis 1836 ist François Thill senior aus Rollingen Bürgermeister.

 

04.01.1834 - Der Gemeinderat befasst sich mit einem Gesuch der Rol­linger Kirchenfabrik: die Kirche muss dringend repariert werden, die Kirchenfabrik ist aber nicht in der Lage, zu den Unkosten beizutragen. Pierre Thill, Maurer aus Rollingen, hat einen Kostenvoranschlag erstellt. Der Gemeinderat sieht als einzige Geldquelle, die der Sektion zur Verfügung stehen könnte, einen ausserplan­mässigen Holzschlag «de tout le bois resté sur pied dans le bois dit Landgraff d’une étendue de quarante ban- lieues environ».

 

14.06.1834 - Ein gewisser Michel Schanus, Tagelöhner, wohnhaft in Longeau (* Laser auf Luxemburgisch - bei Messancy), schuldet der Rollinger Kirchenfabrik die Sum­me von 461,91 Franken (+ Zinsen). Der Gemeinderat ermächtigt die Kirchenfabrik, den säumigen Schuldner gerichtlich verfolgen zu lassen.

 

26.06.1834 - In den Wäldern von Rollingen und Rodingen sind tag­täglich die Holzdiebe am Werk. Der Gemeinderat muss sich mit den unzähligen «déprédations» (*Raub-Sachbeschädigung-Plünderung) beschäftigen und führt diese auf die mangelnde Aufmerksamkeit des Waldhüters zurück.

 

12.08.1834 - Die Ortschaft Athus beabsichtigt, eine Brücke über die Korn zu bauen und stellt die Sektionen Rollingen und Rodingen vor die Wahl, sich an den Baukosten zu betei­ligen, oder es wird ein Brückenzoll erhoben werden.

 

Die Rollinger und Rodinger benutzen diese Brücke bloss während der Erntezeit, wenn sie mit Lebensmitteln und Vieh zum Markt nach Arlon wollen, für die Schmelz­herren dagegen, die Eisenerz aus den Waschanlagen von Gras und Rodingen zu ihren Schmelzöfen trans­portieren, ist diese Brücke das ganze Jahr von gro­ssem Nutzen.

 

Schlussfolgerung: die beiden Sektionen beteiligen sich nicht an den Kosten des Brückenbaus, «l‘Etablissement d’un droit de barrière sur ce pont ne peut être aussi onéreux pour les dites sections que s’ils auraient à supporter leur quote part dans cette dépense.»

 

29.11.1834 - Der Gemeinderat beantragt die Erlaubnis für einen au­sserplanmässigen Holzschlag, mit dessen Erlös Reparaturarbeiten an der Rollinger Kirche durchgeführt wer­den sollen. Der Kostenvoranschlag, von Herrn Cordonnier erstellt, übersteigt bei weitem die verfügbaren Geld­mittel der Sektion.

 

Der Gemeinderat macht folgende Einsparungsvorschläge;

1° Die Überwachungskommission für den Bau der Kir­che soll ermächtigt sein, Ausgabenersparnisse vorzu­schlagen.

2° Die alten Fenster sollen wiederverwertet werden, neue Fenster wären überflüssig, die alten «sont recon- nues assez grandes par tous les habitants de la section».

3° Die Rollinger Einwohner haben versprochen, Mate­rialtransporte gratis auszuführen und beim Bau zu hel­fen, aber nur, falls Punkt 2° eingehalten wird. Desweiteren wird festgehalten, die Arbeiten müssten vor April 1835 begonnen werden, anderenfalls «les habitants se verraient privés du service divin par ordre de l’évêque». Die Überwachungskommission setzt sich zusammen aus Léon Müller, Jacques Cordonnier und Pierre Blaise, alle drei Landwirte aus Rollingen.

 

Vom 06.11.1834 bis 09.01.1835 kommt es zu einem heftigen Streit zwischen Pfarrer Weiler und dem Gemeinderat, weil der Pfarrer, offenbar ohne die Zustimmung der Gemeinde, Umänderungen an der Schule vorgenommen hat. Die Gemeinderats­berichte halten einige interessante Einzelheiten über den Rollinger Schulsaal fest:

 

Der Schulsaal ist ein ehemaliger Pferdestall, der zum Pfarrhaus gehörte, doch dieser Pferdestall wurde um 1821 zu einem Schulsaal umgebaut, während ein neuer Pferdestall an den anderen Giebel des Pfarrhauses ange­baut wurde. Ersteres Gebäude habe damals «entièrement cessé de faire part de la maison presbytériale.» Der Schulsaal hatte eine Eingangstür zur Strasse hin, die um 1832 zugemauert worden war, allerdings so, dass sie im Bedarfsfall leicht hätte wieder in ihren ursprüng­lichen Zustand zurückversetzt werden können. Des­weiteren gab es eine Tür zum Flur des Pfarrhauses, «qui convenait mieux à l’entrée des écoliers dans la salle d’école». Die Schüler benutzten also den Flur der Pfar­rerwohnung, um in den Schulsaal zu gelangen.

 

Nun hatte der Pfarrer, im Oktober 1834, die Einwände der Obrigkeit missachtend, die Eingangstür zur Strasse hin ganz weggerissen («démoli entièrement») und hatte an ihre Stelle einen Kellereingang bauen lassen, «de manière qu’il est impossible de rétablir la porte de la salle d’école sans une assez forte dépense».

 

Schliesslich droht der Pfarrer den Einwohnern aus Rol­lingen, er lasse ihre Kinder nicht mehr durch seinen Flur in den Schulsaal, so dass diese durchs Fenster ins Klassenzimmer steigen müssten.

 

Der Pfarrer rechtfertigt sein Vorgehen gegenüber dem Gemeinderat, doch dieser kommt zur Schlussfolgerung: «Mr le Desservant n’a que des mensonges grossiers à apposer à de constantes vérités».

 

05.07.1835 - Die Oberbehörde ist nicht einverstanden mit den vorge­schlagenen Einsparungsmassnahmen für die Reparatur­arbeiten an der Kirche. Die «Députation» verlangt eine Ausführung nach Plan, was die Sektion sich nicht leisten kann.

 

Zu den Arbeiten, die bereits weit fortgeschritten sind, hält der Gemeinderatsbericht fest:

«Considérant cependant que lesdits travaux qui ont eu lieu sous la surveillance et l’agrément de la presque to- talité des habitants de la section présentent une teile régularité et ont eu lieu avec une aussi stricte économie que tout en remédiant à l’état factieux dans lequel se trouve l’église et ne laissant rien à désirer tant sous le rapport de la propreté que de la solidité ils n’ont néanmoins couté que la modique somme de quatorze cent francs. (...)

 

In dieser Summe sind 250 F enthalten, die für die Repa­ratur der Friedhofsmauer ausgegeben wurden. Der Be­trag wurde aufgebracht durch Anleihen bei verschiede­nen Einwohnern.

 

Die Deputation wird gebeten, einen «homme de l’art» an Ort und Stelle zu entsenden, um die Arbeiten zu rezeptionieren.

 

12.08.1835 - Der Gemeinderateinnehmer verlangt, den Schenkungs­akt Ney ausgehändigt zu bekommen. Der Ertrag dieses Schenkungsaktes «au profit de l‘école de Lamadelaine», der am 10.12.1834 übrigens mit 162,54 F. angegeben wird, wurde von der Deputation in den letzten Konten des Einnehmers als Einnahme eingetragen, «sans qu’il ait fait aucun recouvrement de ce chef, faute d’être nanti des titres nécessaires.»

 

Vom 26.08.1835 bis 03.10.1835 wird die Kirchenfabrik ermächtigt, eine Stiftung von 1.000 F. anzunehmen von Herrn Grinnenwald, «desservant à Guerlange» (*** Gierleng neben Aubange). Beim Herrn Grinnenwald handelt es sich um den ehemaligen Pfarrer von Rollingen: 1809-1814. Die Stiftung besteht angeblich aus Liegenschaften («biens immeubles»), und die Kirchenfabrik ist ver­pflichtet «de faire célébrer annuellement et perpétuellement quatre messes hautes».

Später (am 03.10.1835) wird festgehalten, dass es sich bei der Schenkung keineswegs um Liegenschaften handelt, sondern um Bargeld, das beim Notar Gras in Aubange hinterlegt ist.

 

24.10.1835 - Der Gemeinderat hat ein Schreiben vom Distriktskom­missar aus Arlon in Sachen Pfarrer Weiler bekommen: Das Bistum will wissen, ob das Pfarrhaus tatsächlich unbewohnbar geworden ist. Dies wird energisch verneint, ebenso wie die Frage, ob der Gemeinderat Schaden­ersatz von Pfarrer Weiler für die unrechtmässig ausge­führten Arbeiten verlangen will.

 

Es wird festgehalten: «cette maison est (...) parfaitement conservée et propre à servir immédiatement de logement au vicaire qui succèdera à Mr. Weyler».

 

In der Tat haben die Einwohner selbst inzwischen das Haus wieder in seinen ehemaligen Zustand versetzt.

 

26.11.1835 - Die Breite der Flüsse und Bäche der Gemeinde wird festgehalten. Laut diesen Unterlagen muss die «Echelserbach», «qui prend sa source près du moulin de Lamadelaine, parcourt le territoire de la section de La­madelaine pour se jeter dans la Chiere» folgende Mindestbreite haben: 1,5 Meter an der Oberfläche, 1 Me­ter auf dem Grund.

 

Vom 1836 bis 1848 ist Jean-Henry Reichling aus Petingen Bürgermeister.

 

16.01.1836 - Über die Reparaturarbeiten an der Rollinger Kirche wird folgendes festgehalten («procès-verbal de reconnaissance dressé par le Sr. Eberhard, architecte provincial»): «Les travaux ont été effectués par une sorte d’entreprise attendu que la section a fait un marché verbal avec les Srs. Clément Gruber de Niederkorn & Hanus Theodore de Differdange, qui ont effectué les travaux moyennant une somme de mille trois cent quinze francs.»

Handlangerdienste und Transporte wurden gratis von den Rollinger Einwohnern geleistet.

 

06.05.1836 - Über sie Stiftung Ney werden folgende Details festgehalten:

«Le produit annuel de la fondation faite par feu M. Ney, suivant acte du 14 mars 1794 au profit de l’école et de la fabrique de Lamadelaine, étant de frs 141,67, dont, selon les intentions du fondateur, il sera payé annuellement:

1°  à l’instituteur de la jeuness de Lamadelaine: frs 118,12

2°  la fabrique dudit lieu : frs   23,55

 

06.08.1836 - Pfarrer Weiler hat inzwischen die Pfarrei verlassen, und es gibt Probleme mit der Nennung eines Nachfolgers, wie aus einer Depesche des Gouverneurs vom 01.08.1836 hervorgeht:

 

«comme l’Evéché appréhende que la cotisation volontaire des habitants pourrait ne pas avoir son plein effet et qu’il différera la nomination d’un écclésiastique chargé de desservir la chapelle de Lamadelaine jusqu’à ce que son traitement soit assuré d’une manière positive (...)». Der Gemeinderat sieht die einzige Lösung für das «sup- plément de traîtement à accorder au desservant» in einer Gemeindesteuer, «à répartir sur Ja fortune présumée des habitants et d’un montant égal au supplément de traitement ci-dessus rappelé (...)».

 

Vom 31.12.1835 bis 20.02.1836 ist Abberty P. Vikar-Verwalter

 

29.08.1836 - Laut Resultat der Gemeindewahlen sind gewählt: 1. Blaise Pierre, 2. Thill François, 3. Fournelle Maurice, 4. Reichling Jean-Marie, 5. Meis Nicolas, 6. Lafontaine Jean-Joseph, 7. Everling Jean-Nicolas.

 

Dass wir uns in der sogenannten «belgischen Zeit» (Be­setzung des Landes mit Ausnahme der Hauptstadt durch belgische Truppen) befinden, geht daraus hervor, dass den Gewählten «le décret d’exclusion à perpétuété des membres de la famille d’Orange-Nassau de tout pouvoir en Belgique» als Bestandteil der Verfassung in Erinne­rung gerufen wird.

 

Den Eid: «Je jure fidélité au Roi, obéissance à la Consti­tution & aux lois du peuple belge» verweigern die beiden Rodinger Gewählten Fournelle und Lafontaine. Sie rei­chen deshalb ihren Rücktritt ein.

 

Bürgerweister wird Jean-Marie Reichling, François Thill aus Rollingen wird erster Schöffe.

 

Vom 31.12.1836 - 01.09.1844 ist Jean-Baptiste Houchet aus Luxemburg Pfarrer.

 

23.01.1837 - 38 Einwohner der Ortschaft besitzen das Holzungsrecht in den Gemeindewäldernder Sektion. Sie zahlen zusammen 2,33 F Gebühren, die Kosten für die Gemeindewäl­der der Sektion Rollingen (Grundsteuer, Waldhüter, Holzschlag, Verwaltungskosten...) betragen dagegen 88,40 F.

 

06.06.1838 - Laut Angaben des Gemeindeeinnehmers hatte die Sek­tion Rollingen im Jahr 1837 Einnahmen in Höhe von 565,06 F zu verzeichnen. Dem standen Ausgaben von 258,30 F. gegenüber, was einen Einnahmenüberschuss von 306,76 F ausmachte. (Zum Vergleich: Rodingen: 132,41 F, Petingen: 206,74 F.)

 

07.12.1838 – Geburt von Johann (Jean) Linden in Ehnen. Derselbe war Schulmeister in Rollingen und verstarb am 23.01.1901 in Rollingen.

 

19.04.1839 - In London wurde mit Hilfe der Gross­mächte ein Friedensvertrag zwischen den streitenden Parteien Belgien und Niederlanden unterschrieben:

 

Luxemburg verlor seine wallo­nischen Distrikte (fast zwei Drittel der Fläche und die Hälfte der Bevölkerung), welche von da an die belgische Provinz Luxemburg bilden. Der Rest kam als heutiges Grossherzogtum an den niederländischen König und bil­dete einen selbstständigen Staat.

 

Am 7. Oktober 1840 dankte Wilhelm I. zu Gunsten sei­nes Sohnes Wilhelm II. ab.

 

Am 14. Februar 1843 wurde ein neues Gesetz erlassen, welches die Organisation der Gemeinden und Distrikte neu regelte.

 

Am 1. September des gleichen jahres hatte die Regierung der Gemeinde Petingen auf Grund ihrer Einwohnerzahl von 1422 Seelen neun Vertreter zugestanden (laut Artikel 2 des Gesetzes von 1843). Da es sich jedoch herausstellte, dass die drei Sektionen der Gemeinde nur 979 Einwohner zählten, stufte die Regierung am 26. September 1843 die Zahl der Gemeindevertreter auf sieben zurück. Die Vertei­lung sah folgendermassen aus: für Petingen drei Räte, für Rollingen und die Grundmühle 1 Rat, für Rodingen, die Maragole und den Rodenhof zusammen drei Räte.

 

Das Gesetz vom 23. Oktober 1848 sah eine Aufstockung der Gemeinderäte vor, ausserdem sollte jede Sektion ih­ren Schöffen haben, welche vom Gemeinderat gewählt wurden. Der Petinger Gemeinderat umfasste demnach ei­nen Bürgermeister, drei Schöffen (je einen für Petingen, Rodingen und Rollingen) und 11 Räte. Die Rollinger Vertreter waren François THILL (II.), Pierre BIVER, Pierre LIPPERT (II.) und Pierre TOCKERT.

Das Gesetz vom 15. November 1854 schaffte dasjenige von 1848 wieder ab und führte dasjenige von 1843 wieder ein.

 

23.08.1839 - François Thill (II.) leistet als Schöffen der Gemein­de Petingen den Treueid auf König Grossherzog Wilhelm I.

Bei seiner Ernennung zum Schöffen am 13. Januar 1844 wurde er als Schankwirt bezeichnet, welcher durch könig­lichen Erlass vom 29. Dezember 1843 die Dispens erhal­ten hatte, neben dem Schöffenamt noch seinem Beruf als Schankwirt nachzugehen.

 

Schöffe und stellvertretender Bürgermeister war er vom 24.11.1848 - 21.01.1849.

 

06.12.1839 - Für notwendige Reparaturarbeiten am Rollinger Brun­nen sind in der Haushaltsvorlage für das Jahr 1840 100 F vorge­sehen.

 

17.09.1840 - 39 Kinder werden im kommenden Schuljahr die Schule besuchen, davon sind 10 mittellos.

Der Lehrer erhält 300 F - 118 aus der Stiftung Ney, 32 aus der Gemeindekasse (für die Unterrichtung der mit­tellosen Schüler), der Rest soll von den zahlungsfähigen Eltern aufgebracht werden, die, in vier Klassen aufge­teilt, 5,50 - 7,50 Franken Schulgeld zahlen sollen. (In Petingen: 5,50 -11,00 F, in Rodingen: 5,50 - 9,00 F). (Anmerkung: diese Berechnung kann nicht aufgehen, denn selbst wenn alle 29 zahlungsfähigen Eltern in Klas­se 4 der niedrigsten eingestuft wären, käme ein Gesamt­betrag von 309,5 F zusammen.)

 

06.01.1841 - Die Kirchenfabrik wird ermächtigt, Schenkungen der Witwe Bosseler aus Rollingen sowie des verstorbenen Jean Gindt aus Rollingen - jeweils in Höhe von 120 F - anzunehmen.

 

10.03.1841 - Der Distriktskommissar hat in einem Schreiben vom 06.02.1841 dem Gemeinderat schwere Nachlässigkeit vorge­worfen, da die geplanten Arbeiten am Rollinger Wasch­brunnen («fontaine à laver») nich ausgeführt worden sind.

 

Der Gemeinderat rechtfertigt sich: er hatte Vorschläge unterbreitet, die aber von den Einwohnern abgelehnt wurden, die selbst diese Arbeiten ausführen wollten: «disant que chaque habitant contribuerait soit en nature soit en argent et selon ses moyens à la construction de ces travaux, que les laboureurs feraient en outre le transport des objets nécessaires (...)». Dabei ging es den Rollingern vor allem darum, Geld zu sparen, da nicht genug Mittel in der Sektionskasse zur Verfügung standen.

 

09.04.1841 - Herr Lenger, Arzt aus Differt, verlangt 10 Franken für Honorar, Reisekosten und Verbandszeug. Er war am 06.09. 1838 (!) gerufen worden, weil ein gewisser Pierre Kruch­ten bei einer Schlägerei schwer verletzt worden war («accablé de coups et de blessures»). Die Gemeinde übernimmt die Arztkosten.

 

19.10.1841 - * Pfarrer Houschette, seit 1837 Pfarrer in Rollingen, wird als Lehrer bestätigt. Er wird voraussichtlich 33 Schüler unterrichten und dafür ein Gehalt von 318 F beziehen, davon 118,71 aus der Stiftung Ney und 44,11 F aus der Gemeindekasse. Der Gemeindebeitrag wird durch ei­nen ausserplanmässigen Holzschlag aufgebracht.

* In den Gemeinderegistern wird er immer als Jean-Baptiste Houschette geführt, nicht als Houschet, wie offenbar in den Kirchenbüchern.

 

1842 - Rollingen zählt 246 Einwohner

 

04.02.1842 - Jacques Cordonnier, Kassierer der Kirchenfabrik, wird ermächtigt, von Mathias Kerschen aus Niederkerschen eine Schuld 230 F Kapital + 5% Zinsen von dieser Sum­me während 5 Jahren einzuklagen. Am 05.08.1821 hatte Marguerite Limpach, Witwe von Mathias Schmitz, zusammen mit anderen Konsorten, durch notariellen Akt sich verpflichtet, der Rollinger Kirchenfabrik eine jährliche Rente von 11,53 F zu zah­len. Diese Zahlungen sind nicht erfolgt, und Mathias Kerschen gilt als Erbe.

 

14.02.1842 - Die Grundstückgrenzen der Gemeinde werden durch Grenzsteine gekennzeichnet. Diese Markierungen wer­den von Steinmetzen aus Niederkorn und Rodingen geliefert; sie sind 75 Zentimeter hoch und haben einen Durchmesser von 20 Zentimeter. Für Rollingen beläuft sich die Ausgabe auf 160 F.

 

14.06.1842 - Mehrere Rückzahlungen von geliehenen Beträgen aus der Stiftung Ney sind getätigt worden, so dass sich der­zeit viel Geld in der Gemeindekasse befindet, wo es keine Zinsen bringt.

 

Pierre Houveler, Tagelöhner aus Rollingen, beantragt ein Darlehen von 300 F aus Mitteln dieser Stiftung. Schliesslich werden ihm 350 F gebilligt, rückzahlbar auf 30 Jahre; die jährlichen Zinsen betragen 5%.

 

05.09.1842 - Der Haushaltsplan für 1843 sieht vor für Rollingen:

Einnahmen: Stiftung Ney: 77,44 F

 

Ausgaben: Reparatur des Fussbodens der Rollinger Schule: 25 F.

Dorfkern
Dorfkern

1843 – nennt man unser Dorf Lamadelaine oder Lamadeleine.

 

Vom 20.09.1843 bis 21.10.1843 bringt das neue Schulgesetz vorerst für Rollingen keine Änderungen. Pfarrer Jean-Baptiste Houschette bleibt weiterhin Lehrer. Das «produit de la retribution scolaire des enfants de 6 à 12 ans de Lamadelaine» beläuft sich auf 142,15 F.

 

08.12.1843 - Eine Volkszählung ist vorgesehen, für jede Sektion wer­den Spezialkommissare genannt. Für Rollingen sind dies François Thill, Schöffe, und Henri Graff, Bannhü­ter.

 

16.05.1844 - Das Schulgesetz von 1843 zeigt erste Auswirkungen: Der Schulinspektor für den Kanton Esch hat den Bau eines gemeinsamen Schulsaales für Rollingen und Rodingen vorgeschlagen.

 

Aufgrund der Einwände der Einwohner beider Sektio­nen stellt der Gemeinderat fest, dass aus vielerlei Grün­den ein solches Projekt nicht ins Auge gefasst werden kann.

 

- beide Orte sind durch eine Sprachgrenze getrennt, «l’une ayant son idiome en allemand et l’autre en

   français»;

- der Religionsunterricht müsste in beiden Sprachen ge­halten werden, und der Pfarrer der einen Sektion ist

   nicht gewillt, die Schüler der anderen Sektion zu unterrich­ten;

- beide Sektionen brauchten in den Fall zusätzlich einen Küster, «et les sections ne pourront subvenir aux

  dépenses annuelles»;

 

Die Einwohner beider Orte sind sich gegenseitig nicht gerade gut gesinnt: «pas seulement les enfants mais aussi les hommes déjà avancés en âge de ces deux sections ne se sont jamais comportés en voisin car de tous temps et en toute occasion ils ont des menaces (...) à échanger, par exemple ceux de Lamadelaine, pour avoir des raisons avec ceux de Rodange, ils commencent (à) critiquer sur leur langage, ceux-ci en contre insultent également les autres, de sorte qu’il serait de toute impossibilité de les réunir.»

 

Die Einwohner der zwei derart verfeindeten Dörfer ha­ben deswegen auch einstimmig erklärt, niemand werde eins seiner Kinder in diese gemeinsame Schule schicken, selbst nicht, wenn der Staat sie auf eigene Kosten errich­ten würde.

Es werden schliesslich noch topographische Gründe ge­gen eine gemeinsame Schule angeführt: der schlechte Zustand der Wege; die Entfernungen («les enfants de l‘un (des villages) auraient pour le moins une demie lieu de chemin à faire); dort, wo der Schulsaal schliess­lich gebaut werden könnte, ist ein Bach (die Maragole):» un fort ruisseau qu’on ne peut passer que par la sécheresse»), es müsste also eine teure Brücke gebaut und Wege angelegt werden, was beide Sektionen sich nicht leisten können, umso mehr sie «peu d’habitants fortunés» haben.

 

Schlussfolgerung in dieser Angelegenheit, der an die Weigerung der Rollinger eine Generation früher erinnert, als sie auf keinen Fall nach Rodingen zum Gottedienst gehen wollten: der Rodinger Schulsaal kann mit geringen Mitteln ausgebaut werden, die Rollin­ger Einwohner wollen eigene Geldmittel aufbringen («offrent de contribuer par tous les moyens»), um in ein paar Jahren einen ordentlichen Schulsaal zu haben. Der Gemeinderat verwirft einstimmig den Vorschlag des Schulinspektors und räumt den Einwohnern aus Rollingen und Rodange eine nicht näher definierte Zeit­spanne ein, während der die für Unter­richtszwecke benötigten Geldmittel aufgebracht wer­den sollen.

 

30.09.1844 - Lehrer J.B. Houschette hat seine Demission eingereicht. Zum neuen Lehrer in Rollingen wird Nicolas Steichen, geboren und wohnhaft in Altlinster, ernannt. Nicolas Mendels, geboren in Rollingen und auch dort wohnhaft, wird Lehrer in Rodingen.

 

04.10.1844 - Die Schulorganisation für 1844/45 sieht vor, dass der Un­terricht weiterhin im Nebengebäude des Pfarrhauses gehalten wird. Drei Klassen funktionieren in einem Schulsaal.

 

Die Fächer sind genau festgchalten:

Classe inférieure: la lecture allemande et française, le commencement de l’Ecriture et le Calcul intuitif.

Classe moyenne: la lecture allemande et française, Ecriture, numération et les quatre règles de l’arithmétique, exercices de mémoire.

Classe supérieure: lecture allemande et française, perfectionnement de l’Ecriture, éléments des deux langues, arithmétique, système métrique, notions d’histoire et de géographie, exercices de mémoire.

Toutes les classes: le chant et l’instruction morale et religieuse.

 

Die Jahresgehälter der Lehrer sind folgende: Petingen 370 F., Rodingen: 420 F., Rollingen: 320 F.

 

In Rollingen tragen die zahlungsfähigen Eltern 135,60 F zum Gehalt des Lehrers bei, 130,26 F. kommen aus der Stiftung Ney, während der Rest aus der Gemeindekasse bezahlt wird.

 

Der Lehrer bekommt eine Wohnungszulage von 40 F.

 

03.12.1844 - Der Gemeindehaushalt für das Jahr 1845 sieht 40 F. vor für Reparaturarbeiten am Rollinger Schulsaal und 50 F. für die Instandsetzung des Brunnens und der Vieh­tränke (Vermerk: «urgence») vor.

 

Vom 01.09.1944 bis 06.11.1840 bis Houchet Jean-Baptiste, mittlerweile Pfarrer in Rodingen, ist Pfarrverwalter.

 

22.03.1845 - Der Gemeinderat beschliesst, dass Nicolas Steichen und Nicolas Mendels, Lehrer in Rollingen bzw, Rodingen, den Sommerkurs der Lehrernormalschule besuchen.

 

Vom 01.05.1845 bis 31.05.1845 entsteht ein Streit zwischen der Gemeinde einerseits so­wie Herrn d’Huart und Consorten andererseits um den «Millen Weg ou Chemin d’Athus» (die aktuelle rue du Moulin).

 

Die Herren d’Huart und Konsorten beanspruchen Be­sitzrechte an diesem Weg, mit der Begründung, er sei nicht unter den Gemeindewegen aufgeführt. Die Ge­meinde kontert: «ce tableau est incorrect et incomplet, attendu qu’il est porté que le seul chemin de Lamade­laine vers Longwy et que tous les autres de la commune n’y figurent pas.»

 

Die Gemeinde will ihre Interessen vor Gericht vertreten. Am 31.05.1845 wird festgehalten, weder Herr d’Huart noch sonst jemand hätten sich des Weges bemächtigen wol­len, lediglich «après abornage d’icelui (?) qui a eu lieu en automne dernier Mr. d’Huart y a fait creuser un fossé à travers pour empêcher la circulation, sur quoi procès- verbal fut dresseé». Die Gemeinde besteht darauf, wei­terhin Eigentümerin dieses «chemin de vidange» zu sein, dessen Funktionen aufgeführt werden:

a) circulation du meunier du moulin d’Athus actuellement réuni au Grand-Duché;

b) transport des denrées que la section de Lamadelaine envoie en Belgique;

c) transport du bois communal de Lamadelaine qui est situé de l’autre côté de la route Royale de Pétange à    Aubange, seul chemin pouvant servir à ces trois usages.»

 

19.07.1845 - Die Kirchenfabrik erhält Besitzanspruch auf einer Wiese genannt «Millen Vies». Der Gemeinderat weist diesen Anspruch als unbegrün­det zurück.

 

26.09.1845 - Die drei Lehrer der Gemeinde haben die Absicht bekun­det, ihre Demission einzureichen.

 

Ein Beschluss hält fest, dass Nicolas Steichen von Rollingen nach Rodingen wechseln soll, während Pierre Birn, Lehrer in Sélange (B), die freigewordene Stelle in Rol­lingen einnehmen soll.

 

Eine Summe von 2.000 F soll bereitgestellt werden für Instandsetzungsarbeiten am Schulsaal, für den Kauf von Schulbänken und anderem benötigtem Schulmobiliar.

 

14.10.1845 - In Anbetracht der Dringlichkeit eines Schulneubaus, der um die 2.500 F kosten soll, und da die Sektion das benötigte Geld nicht anders aufbringen kann, bittet der Gemeinderat die Regierung (le Conseil Gouvernemental) um die Erlaubnis, zwei ausserordentliche Holzschlä­ge in den Rollinger Wäldern durchzuführen.

 

02.02.1846 - Heirat vom späteren Müller Johann Franck genannt "de Grountert" mit Anna Kirschenbilder. Aus dieser Ehe gingen 2 Kinder hervor - unter anderem Johann ... de Millejängi.

 

Vom 04.04.1846 bis 16.09.1846 darf der neue Rollinger Lehrer Pierre Birn laut einer Entscheidung des «Conseil permanent de la Commis­sion d’instruction» im Laufe des Schuljahres die Lehrer­normalschule besuchen. Er muss also ersetzt werden. Die Frage ist bloss, ob die Sektion Rollingen oder der Lehrer selbst die Kosten für die Ersatzperson überneh­men muss. Schliesslich muss Pierre Birn seinen Ersatz­lehrer selbst bezahlen.

Am 16.09.1846 erhält Pierre Birn seine definitive Ernen­nung als Lehrer in Rollingen.

 

21.12.1846 - Im Haushalt für 1847 wird festgehalten:

 

«L’architecte Eberhard qui avait été chargé de la levé du plan et de la rédaction du projet de construction d’une salle d’école à Lamadelaine étant en retard de produire ces pièces nonobstant la demande lui réitérée à diverses reprises et cette construction ne pouvant être différée plus longtemps, il est proposé provisoirement pour couvrir la dépense la somme de 3.000 F.»

 

Desweiteren ist für den Vikar von Rollingen ein «supplément de traitement» von 200 F. vorgesehen, denn die Kirchenfabrik ist «régulièrement dépourvue de ressources suffisantes».

 

22.02.1847 - Der Gemeinderat stellt verärgert fest, die Schule in Rollingen hätte längst gebaut und ihrer Zustimmung über­geben werden können, wenn der Architekt Eberhard sich an seine Termine gehalten hätte. Dieser aber hat die Pläne immer noch nicht abgeliefert.

 

Vom 24.06.1847 bis 04.09.1847 stiftet Barbe Lichtfous, Ordensschwester in Frankreich, der Kirchenfabrik die Summe von 250 F., mit der Auf­lage «à perpitué» eine jährliche Messe «avec Exposition du St. Sacrement» zu feiern.

 

Von Nicolas Backes, ehemaligem Müller aus Attert (B) erhält die Kirchenfabrik 230 F für zwei jährliche Stif­tungsmessen.

 

19.08.1847 - François Thill d. J., Wirt und Eigentümer aus Rollingen, klagt gegen den Bau von Latrinen neben der Schule, die seiner Meinung nach zu nahe an seinem Wohnhaus er­richtet würden. Die Klage wird abschlägig behandelt.

 

18.09.1847 - Die im vegangenen Jahr für den Bau der Rollinger Schu­le zur Verfügung gestellte Summe erweist sich als unge­nügend. Ein zusätzlicher Kredit von 1.500 F. wird gestimmt.

 

Am gleichen Tag wird folgendes Schreiben an die Regie­rung geschickt:

«Vu le devis supplémentaire des ouvrages à exécuter pour la construction d’une maison d’Ecoles à Lamade­laine; (...)

 

Attendu cependant que la position financière de cette section ne permet pas d’exécuter ces travaux si utiles, que même les ressources sont si restreintes qu’il n’y a pas moyen d’en créer sitot et que sans secours étranger on sera obligé d’abandonner le beau projet si longtemps recommandé par l’urgence en faveur de l’instruction primaire;

 

Attendu que le Gouvernement a déjà secouru mainte localité pour construire des bâtiments publics et qui peut-être n’en avait pas eu plus besoin que celle de Lamade­laine;

 

Demande à ce qu’il plaise à l’autorité supérieure d’accorder à la section de Lamadelaine un subside de 500 florins sur le trésor de l’Etat pour raider à achever sa maison d’école d’après le projet joint».

 

Vom 06.11.1848 bis 31.12.1848 ist der Petinger Pfarrer Wener Jean-François Pfarrverwalter.

 

20.07.1848 - Lehrer Pierre Birn geht nach Rodingen, Nicolas Steichen kommt nach Rollingen zurück, wo er ein Jahres­gehalt von 320 Fr bezieht.

 

Vom 22.01.1849 bis 21.12.1854 war François Thill (II.) Bürgermeister.

 

Vom 24.11.1848 bis 29.12.1854 sitzt Pierre Lippert (II.), Landwirt aus Rollingen, im Gemeinderat.

 

Vom 24.11.1848 bis 29.12.1854 und vom 15.01.1858 bis 31.12.1860 sitzt der Landwirt Pierre Tockert aus Rollingen im Gemeinderat. Vom 26.03.1849 bis 21.12.1854 ist er Schöffe und vom 22.12.1854 - 14.01.1858 Bürgermeister.

 

26.02.1849 - Der Gemeinderat beschliesst, die Regierung an ihr Ver­sprechen zu erinnern, das sie in einer Depesche vom 1. Oktober 1848 abgegeben hat und bittet erneut um eine Unterstützung in Höhe von 1.049,82 F, die der Sektion Rollingen erlauben soll, die für den Schulneubau ge­machten und noch ausstehenden Schulden zu beglei­chen.

 

Von 12.01.1849 bis 02.03.1849 wird François Thill, bis dato erster Schöffe, nach der Demission des Bürgermeisters erst diensttuender Bürgermeister, schliesslich Bürgermeister. Seine Stelle als Rollinger Schöffe nimmt Pierre Tockert ein (er erhielt 8 Stimmen gegenüber einer Stimme für Pierre Biver).

 

Als Schöffe musste Pierre Tockert seine Fähigkeiten unter Be­weis gestellt haben, da ihn Wilhelm III. 1854 zum Bürger­meister von Petingen ernannte. Doch bereits in seinem ers­ten Amtsjahr wurde gegen ihn wegen schlechter Führung Klage eingereicht: der Pfarrer von Rodingen hatte ihn öffent­lich von der Kanzel herab getadelt. Tockert wurde vom Distriktskommissar verteidigt, welcher ihn als intelligent und aktiv bezeichnete, leider aber dem Branntwein verfal­len wäre (adonné aux liqueurs spiritueuses). Der Minister antwortete, dass Tockert in angetrunkenem Zustand Sze­nen in der Kirche, der Schule und in den Sitzungen des Gemeinde- und Kirchenrats gemacht hätte. Am 11. Septem­ber 1855 teilte der Justizminister seinem Kollegen mit, dass der Beschuldigteam letzten 23. August vom Escher Tribunal wegen Verstosses gegen des Wirtshausgesetz verurteilt wor­den war, obschon er als Bürgermeister die Pflicht hatte zu sorgen, dass diesem Gesetz Folge geleistet würde.

 

Da sich sein Benehmen nicht besserte, wurde Tockert im Januar 1858 als Bürgermeister durch den Petinger Landwirt Jean Kaufmann ersetzt. Er blieb jedoch Mit­glied des Gemeinderats bis Ende 1860.

 

04.07.1849 - Der König-Grossherzog hat der Gemeinde eine Unter­stützung von 700 F aus der Staatskasse gewährt, zur teil­weisen Deckung der Unkosten, die durch den Bau der Rollinger Schule entstanden sind.

 

20.09.1849 - Die Not ist gross! Es fehlen immer noch 290,63 F, um sämtliche Rechnungen im Zusammenhang mit dem Schulneubau zu begleichen. Doch die Einkünfte der Sektion sind erschöpft und keine neuen in Aussicht. Die Gemeinde wendet sich an die Regierung und bittet diese «de daigner faire accorder un subside quelconque pour aider la dite section à étendre la dépense en question».